VW Touran
Sparsamer Turbobenziner mit Zylinderabschaltung. Zuverlässig im Alltag, ausreichend Leistung für Stadtverkehr und Überland.
Kleinmotor, schwerer Van
Der 1.2 TSI CYVB mit 110 PS wirkt im Touran II fehl am Platz. Kein ausreichender Antritt, ermüdendes Fahrerlebnis.
Motor-Schwachstellen 5
EA211-Motoren des Baujahrs 2014 hatten einen bekannten Defekt am Nockenwellenrad (TPI 2038019/4), der zum Zahnriemenriss und damit zum Motorschaden führen konnte. Ein verbesserter Nockenwellenversteller ist als Lösung bekannt.
Symptome: Plötzlicher Motorstillstand ohne Vorwarnung, lautes Knallen beim Motorschaden, kein Wiederanspringen möglich
Der EA211 1.2 TSI CYVB nutzt einen im Ölbad laufenden Zahnriemen. Ölwechselintervalle strikt einhalten. Wechsel empfohlen alle 90.000 km oder 6 Jahre — nicht erst beim Herstellerintervall.
Symptome: Rasseln aus dem Motorraum, unrunder Lauf, Motorwarnung
Der kleine Turbolader des 1.2 TFSI ist anfällig für Wärmestau, wenn das Fahrzeug nach Autobahnfahrt sofort abgestellt wird. Das Öl verkokst im heißen Lager und schädigt den Turbolader langfristig.
Symptome: Pfeifendes Geräusch aus dem Turbolader, leichter Ölverbrauch, Leistungsabfall bei Hochlast
Auch der kleine 1.2 TFSI ist als Direkteinspritzer anfällig für Ablagerungen an den Einlassventilen. Bei Laufleistungen über 80.000 km können diese den Kraftstoffverbrauch erhöhen.
Symptome: Leichtes Ruckeln im Leerlauf, schlechteres Kaltstart-Verhalten, leichter Mehrverbrauch
Zündspulen sind beim 1.2 TFSI ein bekannter Verschleißpunkt. Ein Ausfall einzelner Spulen führt zu Zylinderaussetzern. Ersatz ist günstig, sollte aber immer komplett durchgeführt werden.
Symptome: Unruhiger Lauf, Motorstottern, Kraftstoffgeruch aus dem Auspuff, Motorwarnleuchte blinkt
Fahrzeug-Schwachstellen 8
Bei Fahrzeugen mit Panoramadach und Ambientebeleuchtung (Baujahr bis Juli 2018) kann Feuchtigkeit in das LED-Modul eindringen und einen Kurzschluss verursachen. Im schlimmsten Fall droht ein Schwelbrand am Dachhimmel.
Bei einigen Touran II aus dem Modelljahr 2020 kann die Schweißnaht zwischen Bremspedal und Bremspedal-Platte brechen. Das Pedal kann sich lösen und die Bremswirkung entfällt. Ersatz durch VW kostenlos.
Der Touran II fällt bei der Hauptuntersuchung überdurchschnittlich häufig durch defekte Aufhängungsfedern auf. Vor allem an der Vorderachse werden Federbrüche und erhöhter Bremsenverschleiß beanstandet.
Blockierte Ablaufventile in den A-Säulen-Ablaufschläuchen des Panoramadachs lassen Wasser zu elektrischen Steckern gelangen. Folge sind Elektronikausfälle und Schimmelbildung im Innenraum.
Beim Touran 5T kann die Elektromagnetkupplung des Klimakompressors ausfallen. Die Zentralschraube dreht nicht mit der Riemenscheibe mit — ein bekanntes Versagen der Freilaufkupplung. Werkstattkosten liegen je nach Reparaturweg bei 600–1.500 €.
Bremsbeläge und Bremsscheiben verschleißen beim Touran II durch das hohe Fahrzeuggewicht schneller als bei vergleichbaren Kompaktwagen. Hintere Scheiben haben eine typische Standzeit von ca. 50.000 km.
Bei einigen Touran II des Modelljahrs 2018 können Kopfstützen nicht richtig einrasten. VW hat eine Servicemaßnahme eingeleitet. Betroffen sind bestimmte Chargen der Hinterbankbestuhlung.
Das MIB2-Infotainment-System kann einfrieren oder abstürzen, besonders nach Software-Updates. Navigationssystem und Telefonie fallen dann aus. Meist durch Software-Update behebbar.
Berichte & Tests
Der Touran II überzeugt bei der Hauptuntersuchung mit einer unterdurchschnittlichen Mängelquote.
Der Touran II zählt in der Pannenhäufigkeit zu den zuverlässigeren Kompaktvans seiner Altersklasse.