Lancia Ypsilon 843
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Lancia Ypsilon der Baureihe 843 ist im Grunde ein technisch nobler aufgemachter Fiat auf der bekannten Kleinwagen-Plattform, verkauft von 2003 bis 2011. Lancia hat aus dem Alltagsauto einen Kleinwagen mit Anspruch gemacht: eigenständiges, teils polarisierendes Design, feiner ausgekleideter Innenraum und ein Auftritt, der bewusst eine Klasse höher zielt, als es der Unterbau eigentlich hergibt. Wer das Auto einordnen will, sollte es als schick verpackten Fiat verstehen — mit allen Vor- und Nachteilen, die daraus folgen.
Die Motorenpalette stammt komplett aus dem FIRE-Baukasten. Solide Basis ist der 1.4 8V mit 57 kW: einfach, wartungsfreundlich, langlebig, solange der Zahnriemen im Intervall bleibt. Auch der 1.4 16V mit 70 kW gilt bei sauberem Zahnriemenwechsel (spätestens alle 120.000 km oder fünf Jahre) als haltbar. Der 1.2 8V mit 44 kW ist genügsam, aber schwach und verlangt manuelle Ventilspielkontrolle; der 1.2 16V mit 59 kW dreht williger und läuft dank Hydrostößeln wartungsärmer. Die LPG-Variante des 1.4 8V spart im Unterhalt, belastet aber die Ventilsitze thermisch — Ventilsitzrückgang ist hier ein Thema. Bei den Dieseln ist der 1.3 MultiJet mit Steuerkette (66 kW, 199A3000) die robusteste Wahl mit Laufleistungen jenseits 300.000 km bei sauberer Wartung. Die frühe MultiJet-Ausführung (199A2000) reagiert empfindlich auf verschleppte Ölwechsel — Turbolager und DPF danken es nicht.
Die typischen Schwachstellen liegen weniger im Motor als in Elektrik und Fahrwerk. Die elektrische Servolenkung kann komplett ausfallen, die Zentralverriegelung streikt durch Aktorendefekte, und die Fensterheber-Mechanik bricht gerne. Der Gebläsewiderstand brennt durch, Querlenkerlager und Stoßdämpfer verschleißen, und Rost setzt sich an Ölwanne und Unterboden fest. Wer das halbautomatische DFN-Getriebe erwischt, sollte den Kupplungsverschleiß einkalkulieren — ein bekanntes Ärgernis dieser Fiat-basierten Automatisierung.
Beim Gebrauchtkauf gilt: Zahnriemenhistorie beim Benziner lückenlos prüfen, Ölwechselnachweise beim Diesel verlangen, die Servolenkung im Stand und bei langsamer Fahrt auf Aussetzer testen. Unterboden und Ölwanne auf Rost kontrollieren, alle elektrischen Verbraucher durchklicken. Ein sauber gepflegter 1.4 mit Handschaltung ist das unkomplizierteste Angebot; vom DFN-Automaten sollte nur kaufen, wer die Kupplung im Zweifel neu machen lässt.
Das ehrliche Fazit: Der 843 Ypsilon ist ein charmanter, stilbewusster Kleinwagen mit erträglich einfacher Technik, aber ohne Premium-Zuverlässigkeit. Er altert wie ein Fiat, nicht wie ein Nobelfabrikat. Als günstiger Zweitwagen mit gepflegter Historie taugt er, teure Reparaturen an Elektrik oder Getriebe können den niedrigen Kaufpreis aber schnell auffressen.
105 PS
Ypsilon · Diesel
Kraftpaket im Kleinformat
Ganz okay80 PS
1.2L 16V Benzin
3 Schwachstellen
Gute WahlGenerationen
Motoren-Übersicht
Der Lancia Ypsilon 843 ist mit 8 Motorisierungen erhältlich — von 60 PS bis 105 PS. Bei 1 Motorisierungen gab es einen Motorwechsel — hier ist das Baujahr entscheidend.
Kleiner MultiJet-Common-Rail-Diesel der ersten Generation mit rund 75 PS. Sparsam und für die Fahrzeugklasse ausreichend elastisch, aber empfindlich gegenüber Wartungssünden. Wird der Ölwechsel gedehnt, leidet als Erstes das Turbolader-Lager, das mit frischem Öl aus dem eng bemessenen Ölkreislauf lebt. Im Kurzstreckenbetrieb setzt sich der Dieselpartikelfilter zu, weil die Regeneration nicht durchläuft, und das AGR-Ventil verrußt mit typischen Rußablagerungen bis zur Blockade. Kaufkandidat mit lückenloser Ölwechselhistorie und regelmäßigen Langstrecken bevorzugen.
- !! Turbolager-Verschleiß bei spätem Ölwechsel ab 100.000 km
Der kleine Turbo des 1.3 MultiJet ist sehr ölqualitätssensibel. Zu lange Ölwechselintervalle oder minderwertiges Öl führen zu vorzeitigem Lagerversagen des Turboladers.
Symptome: Pfeifgeräusch aus dem Motorraum, Blaurauch beim Beschleunigen, sinkender Ladedruck, Leistungsverlust - !! DPF-Verstopfung bei Kurzstreckenbetrieb ab 80.000 km
Der Dieselpartikelfilter verstopft bei häufigem Kurzstreckenbetrieb, da der Motor die nötige Regenerationstemperatur nicht erreicht. Führt zu Leistungsverlust und Notlaufprogramm.
Symptome: Motorkontrollleuchte, Leistungsabfall, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Ölstandsanstieg durch Diesel-Eintrag - ! AGR-Ventil durch Rußablagerungen blockiert ab 80.000 km
Das AGR-Ventil des 1.3 MultiJet setzt sich durch Rußablagerungen zu und verursacht unruhigen Leerlauf sowie Leistungseinbußen. Reinigung alle 60.000–80.000 km empfohlen.
Symptome: Ruckeln bei Teillast, erhöhter Rußausstoß, Fehlerspeichereintrag P0401, unruhiger Leerlauf
Kompakter Common-Rail-Vierzylinderdiesel mit Steuerkette, gemeinsam mit GM entwickelt und millionenfach verbaut. Bei sauberer Wartung sind Laufleistungen jenseits 300.000 km erreichbar, doch Wartungsrückstände quittiert der Motor gnadenlos. Die Steuerkette gilt als Schwachpunkt und längt sich häufig ab etwa 150.000 km — der Wechsel ist die teuerste typische Reparatur. Hochdruckpumpe und Einspritzventile reagieren empfindlich auf schlechten Kraftstoff, und die Glühkerzen fallen mit den Jahren gern aus, was sich im Kaltstart bemerkbar macht. Gutes Öl und Markendiesel sind Pflicht.
- !! Steuerkettenverschleiß und Kettenriss ab 150.000 km
Die Steuerkette dehnt sich ab ca. 120.000–150.000 km. Ein gerissenes Exemplar bei 154.000 km verursachte Ventilschäden, zwei verbogene Kipphebel und Glühkerzenschaden. Gesamtkosten lagen bei 1.200 €.
Symptome: Metallisches Rasseln beim Kaltstart aus dem Motorraum, lauter werdend. Bei Kettenriss sofortiger Motorstillstand ohne Wiederstart. - !! Hochdruckpumpe und Einspritzventile verschleißanfällig ab 160.000 km
Die Common-Rail-Hochdruckpumpe und die Einspritzdüsen des 1.3 MultiJet reagieren sensibel auf schlechte Kraftstoffqualität und lange Wartungsintervalle. Ein Druckabfall im Rail äußert sich zuerst beim Kaltstart.
Symptome: Schwieriger Kaltstart, Rauchentwicklung nach dem Start, Leistungsverlust, unrunder Motorlauf besonders unter Last. - !! Glühkerzenausfall bei Kaltstart ab 100.000 km
Glühkerzen des 1.3 MultiJet altern relativ schnell, besonders bei häufigem Kurzstreckenbetrieb. Defekte Glühkerzen verursachen mühsame Kaltstarts und erhöhten Partikelausstoß bis zur Betriebstemperatur.
Symptome: Schwieriger oder mehrfach versuchter Kaltstart, kurzes weißes Rauchen beim Anlassen, Glühkerzenwarnleuchte leuchtet.
Der 1,3-Liter-MultiJet-Common-Rail-Diesel tritt in dieser stärkeren Ausbaustufe erstaunlich munter an und hängt für ein so kleines Aggregat willig am Gas. Die höhere Leistung geht allerdings zulasten von Turbolader und Zweimassenschwungrad, die stärker belastet werden. Kurzstreckenbetrieb und vernachlässigte Ölwechsel sind Gift: Ölkohle setzt dem Turbolager zu, das AGR-Ventil verkokt und die Steuerkette kann im Kaltlauf rasseln. Wer penibel im vorgeschriebenen Intervall mit dem richtigen Öl wechselt, langfristig auch mal Autobahn fährt und auf den DPF achtet, hat einen sparsamen und langlebigen Kleindiesel. Beim Kauf auf Turbogeräusche, blauen Rauch und Kaltstartrasseln hören.
- !! Turbo-Lagerschaden bei vernachlässigten Ölwechseln ab 100.000 km
Turboschaden durch Ölmangel oder minderwertiges Öl ist ein bekanntes Problem des kleinen Turbos im 1.3 MultiJet. Propeller-Schaufeln können verbiegen und zu Totalschaden führen.
Symptome: Pfeifgeräusch, blaue Abgase, Leistungsverlust, Öl im Ladeluftkühler - !! Steuerkettenrasseln im Kaltbetrieb ab 100.000 km
Die Steuerkette des 1.3 MultiJet rasselt beim Kaltstart durch Verschleiß der Kettenspanner. Zu lange Ölwechselintervalle und günstiges Öl beschleunigen den Verschleiß erheblich.
Symptome: Rasseln oder Klappern beim Kaltstart das bei Betriebstemperatur nachlässt, Motorgeräusche beim Anlassen - ! AGR-Ventil verstopft ab 80.000 km
Beim 1.3 MultiJet der Ypsilon 843 verstopft das AGR-Ventil durch Rußablagerungen und verursacht Ruckeln sowie Fehlerspeichereinträge. Regelmäßige Reinigung verlängert die Lebensdauer erheblich.
Symptome: Ruckeln im Teillastbereich, Leistungsabfall, unruhiger Kaltlauf, Fehlerkode P0401
Weiterentwicklung des kleinen FIRE-Vierzylinders auf 16 Ventile mit Hydrostößeln, dadurch entfällt die manuelle Ventilspielkorrektur. Der Motor dreht willig und läuft im Alltag sparsam, reagiert aber empfindlicher auf schlechte Ölqualität als der 8-Ventiler. Typische Verschleißpunkte im mittleren Alter sind Zündspule und Drosselklappe, die zu Ruckeln und unrundem Leerlauf führen. Bei hoher Laufleistung und Überhitzung droht die Zylinderkopfdichtung. Beim Gebrauchtkauf auf sauberes Ölwechselheft und regelmäßig gewechselten Zahnriemen achten, dann ein günstig zu unterhaltendes Aggregat.
- !! Zylinderkopfdichtung defekt ab 140.000 km
Wie der 8V-Bruder neigt auch der 16V FIRE zur Zylinderkopfdichtung-Problematik bei höheren Laufleistungen. Reparaturkosten zwischen 450 und 700 €, bei einem überholt bezogenen Zylinderkopf aus Südeuropa auch günstiger.
Symptome: Weißer Rauch aus dem Auspuff, Kühlwasserverlust, Motor läuft zunächst rau und dann wieder rund, Druck im Kühlsystem - ! Zündspule defekt ab 160.000 km
Zündspulenausfälle sind beim 1.2 16V FIRE ein bekanntes Phänomen. Ruckelnd und Zündaussetzer besonders bei höheren Laufleistungen um 150.000–200.000 km. Ersatz ist günstig und auch von Laien durchführbar.
Symptome: Motorleuchte blinkt, Zündaussetzer in einzelnen Zylindern, Ruckeln bei mittlerer Last und Drehzahl, schlechtes Anspringen - ! Drosselklappe verschmutzt oder defekt ab 120.000 km
Drosselklappenpotentiometer verschmutzt oder verschleißt im Alter. Fehlereintrag im Steuergerät. Reinigung hilft oft, bei hartnäckigen Fällen muss die Drosselklappe komplett getauscht werden (ca. 280 €).
Symptome: Ruckeln im Leerlauf, Motorleuchte, schlechte Gasannahme, Motor läuft unregelmäßig im Standgas
Einfacher 1.2L Saugmotor der FIRE-Familie ohne Hydrostößel — Ventilspiel muss alle 40.000 km manuell geprüft werden. Gilt als langlebig und robust bei regelmäßiger Wartung, der FIRE 8V ist ein Freiläufer und erleidet bei Zahnriemenriss keinen Motorschaden. Zylinderkopfdichtung ist die bekannte Achillesferse ab ca. 100.000 km.
- !! Zylinderkopfdichtung defekt ab 130.000 km
Bekannte Schwachstelle des 1.2 FIRE 8V: Zylinderkopfdichtung versagt typisch zwischen 90.000 und 190.000 km. Weißer Rauch, blubbernder Ausgleichsbehälter und Wasserverlust ohne Öl-Wasser-Vermischung sind typische Anzeichen.
Symptome: Weißer Rauch aus dem Auspuff, Druckaufbau im Kühlsystem, Wasser blubbern im Ausgleichsbehälter, Kühlwasserverlust ohne sichtbare Leckage - ! Ventilspiel-Nachstellung erforderlich ab 40.000 km
Der 8V FIRE verfügt über keine Hydrostößel — das Ventilspiel muss manuell alle 40.000 km geprüft und eingestellt werden. Wird dies vernachlässigt, entsteht Klackern und erhöhter Verschleiß am Nockentrieb.
Symptome: Metallisches Klackern aus dem Ventiltrieb besonders bei kaltem Motor, lauter werdend unter Last, verschwindet meist nach dem Warmlaufen - ! Kraftstoffpumpe Druckabfall ab 130.000 km
Kraftstoffpumpe liefert im Alter nur noch ca. 2 bar statt der erforderlichen 3 bar. Führt zu Leistungsabfall und Startschwierigkeiten. Bekanntes Phänomen bei älteren FIRE-Motoren ab ca. 120.000 km.
Symptome: Schlechtes Startverhalten, Leistungsverlust besonders unter Last, Motor ruckelt bei Beschleunigung
Weiterentwickelter FIRE-Vierzylinder mit gut 1,2 Litern, angepasst auf Euro 5. Etwas zahmer abgestimmt als frühere Ausführungen, dafür sparsamer und laufruhiger. Die Technik ist erprobt und im Alltag genügsam, mit Zahnriemenantrieb und pflegeleichter Peripherie. Über die Jahre neigt der Kurbelwellen-Simmerring zum Schwitzen, die Drosselklappe verschmutzt und erfordert gelegentliches Reinigen für sauberen Leerlauf, und die Kupplung verschleißt im reinen Stadtbetrieb überdurchschnittlich schnell. Insgesamt ein anspruchsloser, wartungsfreundlicher Motor.
- ! Kurbelwellen-Simmerring undicht ab 100.000 km
Der hintere Kurbelwellen-Simmerring gibt bei FIRE-Motoren häufig nach und verölt Kupplung und Zahnriemen. Fiat selbst bestätigte die Tendenz der Kurbelwelle zum 'Eiern'.
Symptome: Ölverlust hinten am Motor, öliger Zahnriemen, Schlupf der Kupplung, Ölgeruch - ! Drosselklappe verschmutzt ab 90.000 km
Verkokung der elektronischen Drosselklappe durch Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung. Reinigung oder Austausch alle 80.000–100.000 km empfohlen.
Symptome: Unruhiger Leerlauf, ruckeln bei Teillast, Motorkontrollleuchte, Beschleunigungslöcher - ! Kupplung verschleißt früh bei Stadtbetrieb ab 90.000 km
Kupplungsscheibe und Ausrücklager verschleißen im Stadtbetrieb relativ früh. Der FIRE 1.4 8V entwickelt wenig Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, was häufiges Schleifen erfordert.
Symptome: Kupplungsrutschen besonders beim Anfahren bergauf, Schleifgeräusche beim Kupplungstreten
Robuster Fiat-FIRE-16V-Vierzylindermotor mit Zahnriemenantrieb und zwei obenliegenden Nockenwellen. Bei regelmäßigem Zahnriemenwechsel (spätestens alle 120.000 km oder 5 Jahre) langlebig und wartungsarm. Zündspulen und Ventildeckeldichtung sind die häufigsten Ausfallpunkte im höheren Kilometerbereich.
- !! Zahnriemenriss bei überschrittenem Wechselintervall ab 120.000 km
Der Zahnriemen muss spätestens alle 120.000 km oder 5 Jahre getauscht werden. Bei Überschreitung, Kurzstreckenbetrieb oder Standschäden droht Riss mit Totalschaden am Ventiltrieb. Spezialwerkzeug für Steuerzeiten notwendig.
Symptome: Kein Warnsymptom vor dem Riss; danach sofortiger Motorstillstand, kein Neustart möglich. - !! Zündspulenfehler und Aussetzer ab 100.000 km
Der 16V-Motor verwendet zwei Doppelzündspulen (Zyl. 1+3 bzw. 2+4). Bei Rissen oder Alterungsermüdung der Spule kommt es zu Verbrennungsaussetzern, die durch Motorfehlercodes P0300-P0304 angezeigt werden.
Symptome: Blinkende Motorkontrollleuchte, Ruckeln beim Beschleunigen, raues Leerlaufgeräusch, schlechtes Kaltstart-Verhalten. - ! Undichte Ventildeckeldichtung und Kurbelwellendichtring ab 100.000 km
Bei höheren Laufleistungen verhärtet die Ventildeckeldichtung sowie der Kurbelwellendichtring im Bereich des Nockenwellenrads. Öltropfen auf dem Unterboden und Ölfilm am Motorblock sind typisch.
Symptome: Ölgeruch im Motorraum, Ölfilm auf dem Motorblock, gelegentlich Rauchentwicklung wenn Öl auf heiße Abgasanlage tropft.
Der 1,4-Liter-FIRE mit acht Ventilen ist ein einfacher Vierzylinder mit einer obenliegenden Nockenwelle und Zahnriemenantrieb. Robust und wartungsfreundlich, erreicht er bei konsequenten Ölwechseln hohe Laufleistungen. Die kritischste Schwachstelle ist die Zylinderkopfdichtung, die bei Überhitzung durch defektes Thermostat oder undichten Kühler versagen kann — Kühlsystem daher stets im Auge behalten. Ein gerissener Zahnriemen zerstört den Motor, also Intervall strikt einhalten. Häufig sind zudem Ölaustritt an Ventildeckel- und Kurbelwellendichtung, vorzeitiger Kupplungsverschleiß, defekte elektronische Drosselklappen und schwächelnde Kraftstoffpumpen. Insgesamt ein gutmütiger, günstiger Motor mit überschaubaren Reparaturkosten.
- !! Zylinderkopfdichtungsschaden bei Überhitzung ab 130.000 km
Der FIRE 8V reagiert bei Kühlmittelverlust oder Thermostatdefekt mit Überhitzung und Zylinderkopfdichtungsversagen. Die Wasserkanalränder der Dichtung fransen aus, wodurch Kühlmittel in die Verbrennungskammer gelangt.
Symptome: Weißer Dampf aus dem Auspuff, Kühlmittelverlust ohne sichtbare Leckage, Druckaufbau im Kühlsystem, Heizkraftausfall. - !! Zahnriemenriss bei vernachlässigtem Wechsel ab 80.000 km
Der FIRE 8V ist kein Freiläufer — ein gerissener Zahnriemen führt zu Ventilkontakt und kostspieligem Motorschaden. Intervall: 60.000 km oder 4 Jahre laut Hersteller, bei älteren Fahrzeugen empfiehlt die Community frühere Intervalle.
Symptome: Vor dem Riss keine Vorwarnung; danach sofortiger Motorstillstand, kein Neustart. - ! Ölaustritt an Ventildeckel- und Kurbelwellendichtung ab 100.000 km
Verhärtete Ventildeckeldichtung und Kurbelwellendichtringe im Zahnriemenbereich neigen bei höheren Laufleistungen zu Ölaustritt. Typischer Alterungsdefekt, der bei der nächsten Zahnriemenarbeit kostengünstig mitbehoben werden kann.
Symptome: Ölfilm auf dem Motorblock, Ölgeruch im Betrieb, gelegentlich Tropfen auf dem Parkplatz unter dem Motor.
+ 3 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Werksseitige Autogas-Ausführung des bewährten 1.4-8V-FIRE, bivalent auf Benzin und LPG ausgelegt. Solide Basistechnik, aber der Dauerbetrieb auf Gas belastet die Ventilsitze thermisch stärker, sodass ein Ventilsitzrückgang mit der Zeit auftreten kann — regelmäßige Kontrolle des Ventilspiels ist Pflicht. Die Gasinjektoren verschleißen und verschmutzen und wollen periodisch gewartet werden. Zusätzlich neigt die Kupplung durch das etwas zähere Anfahren zu vorzeitigem Verschleiß. Bei Kauf auf lückenlose Gasanlagenprüfung und saubere Umschaltung achten.
- !! Ventilsitzrückgang durch LPG-Betrieb ab 90.000 km
Bei reinem LPG-Dauerbetrieb fehlt die schützende Rußschicht auf den Ventilsitzen. Die Auslassventile schlagen härter auf den Sitz, was zu Kompressionsverlust und Leistungsabfall führt. Nachrüstung gasgehärteter Ventilsitzringe löst das Problem dauerhaft.
Symptome: Schleichender Leistungsverlust, Kompressionswerte sinken auf einem oder mehreren Zylindern, höherer Gasverbrauch. - ! Vorzeitiger Kupplungsverschleiß ab 80.000 km
Kupplungsscheibe und -druckplatte verschleißen beim 350A1000 früh durch das niedrige Motordrehmoment im unteren Drehzahlbereich. Häufiger Stadtbetrieb verstärkt das Problem erheblich.
Symptome: Kupplungsrutschen beim Anfahren, kein sauberes Einrasten, Schleifen beim Kupplungstreten - ! LPG-Injektoren verschlissen ab 90.000 km
Die LPG-Einspritzventile zeigen ab 80.000–100.000 km Verschleißerscheinungen. Gas-Dichtungen und Magnetventile der Gasanlage werden mit der Zeit undicht und müssen inspiziert werden.
Symptome: Schlechtere Gasannahme im LPG-Betrieb, unruhiger Motorlauf auf Gas, erhöhter Gasverbrauch
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Elektrische Servolenkung fällt aus EPS-Steuergerät oder Elektromotor defekt — Lenkung wird extrem schwergängig. Häufig bei Fahrzeugen ab 80.000 km. Austausch des Lenkungsmoduls kostet 600–1.200 €. Symptome: Lenkung wird plötzlich schwer, EPS-Warnleuchte im Kombiinstrument, teilweise nur bei Kälte auftretend ab 90.000 km | Mittel |
Alternativen
Citroën C3 II
Kleinwagen (2009–2016)
Hyundai i20 PB
Kleinwagen (2009–2014)
Kia Soul AM
Kleinwagen (2009–2014)
VW Polo V (6R)
Kleinwagen (2009–2014)
Alfa Romeo MiTo 955
Kleinwagen (2008–2018)
Dacia Sandero I
Kleinwagen (2008–2012)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Lancia Ypsilon 843 (2003–2011) sind insgesamt 40 Schwachstellen dokumentiert — davon 30 motorbezogen und 10 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Lenkung, Elektronik, Klimaanlage, Getriebe. Als zuverlässig gilt: 188A5000 (1.2L 16V), 188A4000 (1.2L 8V), 169A5000 (1.2L NA).
Ypsilon (199A2000, 2006–2010) — Aufpassen: Turbolager-Verschleiß bei spätem Ölwechsel, DPF-Verstopfung bei Kurzstreckenbetrieb, AGR-Ventil durch Rußablagerungen blockiert. Leistung: 69–75 PS.
Ypsilon (199A3000, 2006–2010) — Aufpassen: Steuerkettenverschleiß und Kettenriss, Hochdruckpumpe und Einspritzventile verschleißanfällig, Glühkerzenausfall bei Kaltstart. Leistung: 90 PS.
Ypsilon (843A2000, 2007–2009) — Aufpassen: Turbo-Lagerschaden bei vernachlässigten Ölwechseln, Steuerkettenrasseln im Kaltbetrieb, AGR-Ventil verstopft. Leistung: 105 PS.
Ypsilon (843A1000, 2003–2010) — Aufpassen: Zahnriemenriss bei überschrittenem Wechselintervall, Zündspulenfehler und Aussetzer, Undichte Ventildeckeldichtung und Kurbelwellendichtring. Leistung: 95 PS.
Worauf beim Lancia Ypsilon achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Lancia Ypsilon 843? +
Worauf muss ich beim Lancia Ypsilon 843 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Lancia Ypsilon 843 Motor ist am haltbarsten? +
Welcher Lancia Ypsilon 843 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Lancia Ypsilon 843 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Lancia Ypsilon 843? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr