Renault Arkana 1
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Arkana I (ab 2021 in Europa) ist Renaults Coupé-SUV auf Captur-/CMF-B-Basis — schicke Dachlinie, üppige Serienausstattung, aber Kompromisse bei Fondkopffreiheit und Anhängelast. Ein Auto für Pendler, die Optik wollen ohne Premium-Budget. Als junges Modell fehlen belastbare Langzeitdaten — entscheidend ist die Antriebswahl.
Empfehlenswerter ist der H4M-FHEV (1.6 E-Tech Full Hybrid, 145 PS): deutlich sparsamer (real um 5,4 Liter), ruhiger, und sein Multi-Mode-Getriebe mit Klauenkupplung ist nicht vom Getriebeproblem des Benziners betroffen. Der H5H-1.3 (1.3 TCe Mild-Hybrid, 140/160 PS) ist der günstige Einstieg — aber mit dem bekannten EDC-Doppelkupplungsproblem behaftet, das sich durch ein charakteristisches Schaltgeräusch („WHOOOOP“) und harte Rucke zeigt. Nur mit nachweislich repariertem Getriebe und lückenlosem Scheckheft.
Drei Themen prägen den Arkana. Erstens, beim 1.3 TCe: der EDC-Kupplungsdefekt — gut dokumentiert, Reparatur über Kupplungstausch, Ersatzteile teils monatelang Lieferzeit. Zweitens die Software- und Elektronik-Instabilität beider Varianten (Infotainment-Abstürze, Anzeige-Sprünge), meist per Update behebbar. Drittens, beim E-Tech, ein dokumentierter Einzelfall eines DC-DC-Konverter-Ausfalls mit nicht lieferbarem Ersatzteil. Dazu kommt ein Servolenkungs-Rückruf für Fahrzeuge bis November 2021.
Probefahrt: Den 1.3 TCe zwingend kalt anfahren und mehrfach schalten — das „WHOOOOP“ und Ruckeln zeigen sich kalt am deutlichsten; Werkstattrechnung über einen erfolgten Kupplungstausch verlangen. Beim E-Tech Fehlerspeicher auslesen. Servolenkungs-Rückruf (Code 0DTM) per Fahrgestellnummer prüfen, verbleibende Garantie checken (nur 3 Jahre/60.000 km).
Marktstand 2026: TCe 140 Vorfacelift 15.000–18.000 Euro, E-Tech 145 ab rund 18.000 Euro, Facelift-Modelle ab 2023 20.000–24.000 Euro.
Insider-Pick: Ein H4M-FHEV (E-Tech 145), idealerweise als R.S. Line (gebraucht kaum teurer als die Basis) mit Restgarantie. Der Vollhybrid umgeht das EDC-Risiko des Benziners komplett, der Antrieb stammt aus dem bewährten Clio/Captur — die rationalere und ruhigere Wahl, solange der Fehlerspeicher sauber ist.
Motoren-Übersicht
Der Renault Arkana 1 ist mit 2 Motorisierungen erhältlich — von 91 PS bis 163 PS.
In Kooperation mit Daimler entwickelter 1,3-Liter-Turbo mit Steuerkette und deutlich verbesserter Zuverlässigkeit gegenüber dem 1,2-TCe. Schwachstellen sind das Wastegate-Gestänge der frühen Baujahre (vor der Werksüberarbeitung Mitte 2020), das undichte Thermostatgehäuse und die für Direkteinspritzer typische Einlassventilverkokung. Zündspulen und Zündkerzen fallen früher als erwartet aus — Kontrolle ab 60.000 km sinnvoll. Bei guter Ölpflege ein solider, alltagstauglicher Motor.
- !! Steuerketten-Frühverschleiß ab 120.000 km
Auch der H5H 1.3 TCe zeigt bei 2019-er Modellen nach 50.000–70.000 km erste Rasselgeräusche an der Steuerkette. Besonders Kettenspanner verschleißen frühzeitig und müssen getauscht werden.
Symptome: Rasselgeräusche beim Kaltstart, Klackern bei Lastwechsel, Fehlercode Nockenwellensteuerung - !! Wastegate-Versagen nach 80.000+ km ab 60.000 km
Das Wastegate-Ventil des H5H 1.3 TCe-Turboladers verschleißt nach 80.000–100.000 km und führt zu Leistungsverlust und erhöhtem Ölverbrauch. Forum-Berichte aus Arkana-Community dokumentieren das Problem.
Symptome: Leistungsverlust, kein Turbodruckaufbau, Pfeifen aus dem Turbobereich - !! Thermostatgehäuse undicht ab 70.000 km
Das Thermostatgehäuse und seine Dichtungen werden undicht, Kühlmittel geht ohne sichtbare äußere Leckage verloren. Bei Missachtung droht Überhitzung. Fehlerbild und Bauteil sind vom baugleichen Mercedes-Motor bekannt.
Symptome: Kühlmittelverlust ohne sichtbare Leckage, Überhitzungswarnung, Fehlercode P0128
+ 2 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Renaults Vollhybrid-System kombiniert einen einfachen, robusten 1,6-Liter-Sauger mit zwei Elektromotoren und 1,2-kWh-Akku — der Verbrenner ohne Direkteinspritzung ist konstruktiv solide. Frühe Baujahre zeigen ein bekanntes Simmerring-Problem zwischen Getriebe und E-Motor, das Ölleckagen verursacht. Insgesamt sparsamer und zuverlässiger Antrieb bei korrektem Service.
- !! Rückruf 0ET1: O-Ring Primärwelle Elektromotor ab 30.000 km
Rückruf 0ET1: An der Primärwelle des Elektromotors im DB1-Multimode-Getriebe versagt ein O-Ring, der Getriebeöl in den E-Motor eindringen lässt. Im milden Fall ist nur der Temperatursensor beschädigt (300–500 €), im schweren Fall ist der E-Motor kontaminiert (bis 8.000 €). 155.825 Fahrzeuge produziert April 2019 bis September 2022 betroffen. Renault tauscht den O-Ring gegen einen verstärkten X-Ring.
Symptome: Getriebeüberhitzungswarnung, Leistungsdrosselung, Warnung 'Störung Elektromotor', Ölverlust intern ohne sichtbare äußere Leckage - !! Elektromotor-Totalschaden durch Ölkontamination ab 50.000 km
Wenn der O-Ring an der Elektromotor-Primärwelle versagt (Rückruf 0ET1), gelangt Getriebeöl in den integrierten E-Motor und zerstört dessen Wicklungen. Bei Fahrzeugen Baujahr 2019–2022 kann der Schaden ohne Vorwarnung eintreten. Reparaturkosten ohne Garantie: 3.000–8.000 €. Fahrzeuge nach Sept. 2022 haben ab Werk den X-Ring-Fix.
Symptome: Warnung 'Störung Elektromotor', Limp-Mode-Begrenzung, Fahrzeug bleibt liegen, Getriebe lässt sich nicht einlegen - !! O-Ring-Defekt: Getriebeöl kontaminiert E-Motor (Rückruf 0ET1) ab 35.000 km
Der O-Ring auf der Primärwelle des Elektromotors im DB1-Multimode-Getriebe ist mangelhaft gefertigt und lässt intern Getriebeöl in den E-Motor übertreten. Äußerlich bleibt das Getriebe oft trocken. Rückruf 0ET1 betrifft 155.825 Fahrzeuge (Apr. 2019 – Sept. 2022). Bei frühzeitiger Erkennung: Dichtungstausch kostenlos; bei fortgeschrittenem Ölschaden: E-Motor defekt, Kosten bis 8.000 €.
Symptome: Getriebeüberhitzungswarnung, niedriger Getriebeölstand ohne sichtbare externe Leckage, Fehlermeldungen zur E-Motor-Temperatur
+ 6 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| CVT-Getriebe mit Gummibandeffekt Das stufenlose CVT-Getriebe zeigt schon früh ruckartige Schaltvorgänge und verzögerte Reaktionszeiten, besonders bei Kälte unter 10°C. Typischer Gummibandeffekt beim Beschleunigen. Symptome: Ruckeln beim Anfahren, verzögerte Reaktion aufs Gaspedal, hohes Drehzahlniveau ab 60.000 km | Teuer | |
| CVT-Getriebe ruckelt bei niedrigen Geschwindigkeiten Das stufenlose CVT-Getriebe des Arkana zeigt vor allem bei milden Hybrid-Varianten Ruckeln beim Anfahren und ungleichmäßige Kraftübertragung. Renault führte Getriebeupdate für alle Fahrzeuge durch. Symptome: Ruckeln beim Anfahren, verzögerte Reaktion auf Gaspedal, unruhiger Lauf bei Stadtgeschwindigkeit. ab 30.000 km | Teuer |
Alternativen
Fiat 600e 600
Kompakt-SUV (2023–2026)
Hyundai Kona SX2
Kompakt-SUV (2023–2026)
Smart #1 HX11
Kompakt-SUV (2023–2026)
Volvo EX30 I
Kompakt-SUV (2023–2026)
Alfa Romeo Tonale 965
Kompakt-SUV (2022–2024)
BMW X1 U11
Kompakt-SUV (2022–2026)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Renault Arkana 1 (2021–2025) sind insgesamt 22 Schwachstellen dokumentiert — davon 14 motorbezogen und 8 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Getriebe, Sonstiges, Bremsen, Kühlung. Als zuverlässig gilt: H5H-1.3 (1.3L TCe).
Arkana (H4M-FHEV, 2021–2025) — Aufpassen: Rückruf 0ET1: O-Ring Primärwelle Elektromotor, Elektromotor-Totalschaden durch Ölkontamination, O-Ring-Defekt: Getriebeöl kontaminiert E-Motor (Rückruf 0ET1). Leistung: 94 PS.
Worauf beim Renault Arkana achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Renault Arkana 1? +
Worauf muss ich beim Renault Arkana 1 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Renault Arkana 1 Motor ist am haltbarsten? +
Welcher Renault Arkana 1 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Renault Arkana 1 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Renault Arkana 1? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr