Renault Austral 1
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Austral I (ab 2022) löst den Kadjar ab und ist Renaults technologisch ambitionierter Kompakt-SUV — viel Infotainment, optional 4Control-Hinterachslenkung, konsequent ohne Diesel. In Deutschland stark übers Leasing vertrieben, daher gebraucht viele gut ausgestattete Exemplare aus kurzen Zyklen. Als sehr junges Modell fehlen Langzeitdaten — die Risikoabschätzung ist schwieriger als bei etablierten Autos.
Die maximale Absicherung bietet der H5H-1.3 (1.3 TCe Mild-Hybrid, 140/160 PS): der M282-Block ist eine bewährte Mercedes-Koentwicklung, läuft seit 2017 ohne strukturelle Schwächen, die 160-PS-Automatik ist der Volumenmotor. Der HR12-FHEV (1.2 E-Tech Full Hybrid, bis 200 PS Systemleistung) ist der sparsame Stadt-Spezialist (real um 6 Liter), technisch aber aufwändiger — und mit einem ernsten Rückruf belastet: Renault rief über 25.000 E-Tech wegen Ölverdünnung und Motorausfall-Risiko zurück (Kampagne 0EWA). Sein Multi-Mode-Getriebe ruckelt im Stop-and-Go gelegentlich, beim Anhängerbetrieb deutlich.
Drei Themen prägen den Austral. Erstens, beim E-Tech: das Ölverdünnungs- und Motorausfall-Risiko des Dreizylinders — Benzingeruch und steigender Ölstand sind die Warnzeichen, der Rückruf-Fix ist Pflicht. Zweitens das Multi-Mode-Getriebe mit Gummiband-Effekt unter Last. Drittens die OpenR-Link-Software mit Abstürzen und fehlgeschlagenen Updates. Dazu kommen mehrere Rückrufe (Parkbremse, Radschrauben, Easy-Access-Sitz).
Probefahrt: Beim E-Tech zwingend den Rückruf 0EWA per Fahrgestellnummer prüfen und auf erhöhten Ölstand/Benzingeruch achten — ohne Fix droht teurer Motorschaden. Alle weiteren Rückrufe (Parkbremse, Radschrauben, Sitz) abklären. Multi-Mode-Getriebe im Stadtverkehr testen, Servicehistorie (E-Tech braucht spezielles Hybrid-Öl) verlangen.
Marktstand 2026: Baujahr 2022 (40.000–60.000 km) 24.000–27.000 Euro, 2023er 26.000–31.000 Euro, junge Facelift-Modelle 30.000–45.000 Euro. Der E-Tech 200 liegt rund 3.000–5.000 Euro über vergleichbaren TCe.
Insider-Pick: Ein H5H-1.3 (1.3 TCe 160) mit Automatik, lückenloser Servicehistorie, erledigten Rückrufen und noch laufender Renault-Garantie. Der Mercedes-Block ist die bewährteste Komponente im Austral, das Mild-Hybrid-System unkompliziert — für Vielfahrer mit hohem Autobahnanteil die rationalere Wahl als der E-Tech. Den Vollhybrid nur mit nachgewiesenem 0EWA-Fix.
Motoren-Übersicht
Der Renault Austral 1 ist mit 2 Motorisierungen erhältlich — von 116 PS bis 163 PS.
In Kooperation mit Daimler entwickelter 1,3-Liter-Turbo mit Steuerkette und deutlich verbesserter Zuverlässigkeit gegenüber dem 1,2-TCe. Schwachstellen sind das Wastegate-Gestänge der frühen Baujahre (vor der Werksüberarbeitung Mitte 2020), das undichte Thermostatgehäuse und die für Direkteinspritzer typische Einlassventilverkokung. Zündspulen und Zündkerzen fallen früher als erwartet aus — Kontrolle ab 60.000 km sinnvoll. Bei guter Ölpflege ein solider, alltagstauglicher Motor.
- !! Steuerketten-Frühverschleiß ab 120.000 km
Auch der H5H 1.3 TCe zeigt bei 2019-er Modellen nach 50.000–70.000 km erste Rasselgeräusche an der Steuerkette. Besonders Kettenspanner verschleißen frühzeitig und müssen getauscht werden.
Symptome: Rasselgeräusche beim Kaltstart, Klackern bei Lastwechsel, Fehlercode Nockenwellensteuerung - !! Wastegate-Versagen nach 80.000+ km ab 60.000 km
Das Wastegate-Ventil des H5H 1.3 TCe-Turboladers verschleißt nach 80.000–100.000 km und führt zu Leistungsverlust und erhöhtem Ölverbrauch. Forum-Berichte aus Arkana-Community dokumentieren das Problem.
Symptome: Leistungsverlust, kein Turbodruckaufbau, Pfeifen aus dem Turbobereich - !! Thermostatgehäuse undicht ab 70.000 km
Das Thermostatgehäuse und seine Dichtungen werden undicht, Kühlmittel geht ohne sichtbare äußere Leckage verloren. Bei Missachtung droht Überhitzung. Fehlerbild und Bauteil sind vom baugleichen Mercedes-Motor bekannt.
Symptome: Kühlmittelverlust ohne sichtbare Leckage, Überhitzungswarnung, Fehlercode P0128
+ 2 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
1,2-Liter-Dreizylinder als Verbrennerkomponente im E-Tech-Hybridsystem — natürlich angesaugt und ohne Turbo, was die konstruktive Komplexität begrenzt. Das Multi-Mode-Getriebe kann gelegentlich unrunden Lauf vermitteln; Verbrauchsvorteile im Stadtbetrieb sind erheblich (real unter 5 l/100 km erreichbar).
- !! Rückruf: Ölabscheider-Schlauch (Motorschadenrisiko)
Werksrückruf 0EWA: Ein defekter Ölabscheide-Schlauch lässt Kraftstoffgeruch in den Innenraum gelangen und den Ölstand ansteigen. Wird es ignoriert, droht ein Motorschaden. Betroffene Fahrzeuge werden kostenlos instand gesetzt.
Symptome: Kraftstoffgeruch im Innenraum, ansteigender Ölstand ohne Leckage, Motorwarnung - !! Elektrische Wasserpumpe fällt aus (Serienproblem) ab 25.000 km
Die elektrische Wasserpumpe des HR12-FHEV-Systems im Austral und Rafale E-Tech 200 versagte bei frühen Baujahren vor Juni 2023 systematisch. Kühlmittellecks am Wärmetauscher und Überhitzungsrisiko. Renault hat das Problem offiziell anerkannt und Pumpe verbessert.
Symptome: Überhitzungswarnung, Kühlmittelverlust, 'Einspritzung prüfen'-Meldung, Motorschäden möglich - !! Hybridgetriebe: Ruckeln und Schaltverzögerung ab 20.000 km
Das E-Tech-Hybridgetriebe des Austral und Espace wurde für unberechenbare Schaltmomente kritisiert. Massive Rückruf-Aktion bei 32.450 Fahrzeugen (Produktionszeitraum Oktober 2022 bis Juni 2024) wegen Getriebefehlern.
Symptome: Harte Gangwechsel, Verzögerungen beim Beschleunigen, Getriebe-Fehlermeldung
+ 2 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Getriebesteuerung beim Mild-Hybrid fehlerhaft Mehrere Austral-Fahrer berichten von Rote STOP-Warnung mit Risiko Getriebeschaden sowie Abgasanlage prüfen-Fehlermeldungen. In Einzelfällen war ein Getriebeaustausch nötig, teils schon unter 5.000 km. Symptome: Rote STOP-Warnung, Fehlermeldung Getriebeschaden, Leistungsverlust beim Beschleunigen. ab 5.000 km | Teuer | |
| E-Tech Hybrid-Getriebe ruckelt beim Schalten Das automatisierte E-Tech Full-Hybrid-Getriebe zeigt schon ab 10.000–20.000 km Ruckeln beim Schaltvorgang und verzögerte Gangwechsel. Etwa 12% der Fahrzeuge sind laut Berichten betroffen. Symptome: Rucken beim Gangwechsel, Verzögerung beim Beschleunigen, unharmonischer Antrieb ab 15.000 km | Teuer |
Alternativen
Fiat 600e 600
Kompakt-SUV (2023–2026)
Hyundai Kona SX2
Kompakt-SUV (2023–2026)
Smart #1 HX11
Kompakt-SUV (2023–2026)
Volvo EX30 I
Kompakt-SUV (2023–2026)
Alfa Romeo Tonale 965
Kompakt-SUV (2022–2024)
BMW X1 U11
Kompakt-SUV (2022–2026)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Renault Austral 1 (2022–2025) sind insgesamt 18 Schwachstellen dokumentiert — davon 10 motorbezogen und 8 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Getriebe, Elektronik, Bremsen, Sonstiges. Als zuverlässig gilt: H5H-1.3 (1.3L TCe).
Austral (HR12-FHEV, 2022–2025) — Aufpassen: Rückruf: Ölabscheider-Schlauch (Motorschadenrisiko), Elektrische Wasserpumpe fällt aus (Serienproblem), Hybridgetriebe: Ruckeln und Schaltverzögerung. Leistung: 131 PS.
Worauf beim Renault Austral achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Renault Austral 1? +
Worauf muss ich beim Renault Austral 1 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Renault Austral 1 Motor ist am haltbarsten? +
Welcher Renault Austral 1 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Renault Austral 1 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Renault Austral 1? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr