Volvo S60
EcoBoost-Turbovierzylinder mit 1,6 Litern, entwickelt im Volvo-Ford-Verbund und in Wales gefertigt. Direkteinspritzung mit Turboaufladung für gutes Drehmoment bei geringem Verbrauch. Thermische Belastung des Turboladers bei sportlicher Fahrweise beachten.
Im Sportdesign ohne Sportherz
Der S60 sieht aus wie ein Sportwagen – der 1.6T tut so, als wäre er einer. Fast überzeugend.
Motor-Schwachstellen 4
Der Ford-abgeleitete 1.6 EcoBoost (B4164T) hatte eine fehlerhafte Zylinderkopfdichtung mit unvollständigen Ausstanzungen, die Kühlmittelfluss einschränkte. Überhitzung ohne Warnung durch fehlenden Kühlmittelstandssensor möglich – führte zu Rückruf.
Symptome: Plötzlicher Kühlmittelverlust ohne Warnung, Motortemperatur steigt schnell, Kühlmittelgeruch
Ford rief 2014 Fahrzeuge mit dem 1,6-Liter-EcoBoost zurück weil der Zylinderkopf bei Kühlmittelmangel überhitzen und in Brand geraten konnte. Maßnahme: Nachrüstung eines Kühlmittelstandssensors und Software-Update.
Beim Ford-abgeleiteten EcoBoost-Motor des B4164T reißen die Kühlwasserschläuche am Turbo unter Temperatur- und Druckwechsel. Kühlmittelverlust unter Last ist möglich und kann zur Überhitzung führen.
Symptome: Kühlmittelverlust nach Autobahnfahrt, weißer Dampf aus dem Motorraum, steigende Kühlmitteltemperatur
Die Powershift-DSG-Kombination mit dem B4164T war für ruckelige Schaltvorgänge bekannt. Probleme bis hin zu Getriebeschäden wurden gemeldet, besonders bei frühen Baujahren (bis 2015).
Symptome: Ruckeln beim Anfahren, leeres Getriebegefühl, Schaltpausen im unteren Drehzahlbereich
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Der 5-Zylinder-Diesel D5 neigt zu Rissen im Zylinderkopf und verschlissenen Zylinderlaufbuchsen, besonders bei Modellen 2010–2013. Kühlmittelverlust ohne Leckstelle ist das erste Warnsignal.
Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 6DCT450 zeigt Ruckeln beim Anfahren, unsaubere Schaltvorgänge und Getriebeölverlust. Bei vernachlässigten Ölwechseln droht Getriebeausfall.
Ein Softwarefehler kann dazu führen, dass sich die elektrische Feststellbremse an Modellen bis Baujahr 2014 unbeabsichtigt löst. Volvo-Rückruf und Software-Update beheben das Problem.
Beim V90 II und S90 II wurde eine fehlerhafte Schweißnaht zwischen Rotorwelle und Hydraulikbremsaggregat festgestellt. Bei Versagen fallen ABS, ESC und Bremsassistent aus. Volvo hat 2021 einen Rückruf gestartet.
Bei XC60 II-Exemplaren zwischen September 2018 und April 2019 können Muttern und Schrauben an der Hinterachse zu lose sein. Fahrzeugverhalten kann sich abrupt ändern; Rückrufstatus prüfen.
Wasser dringt in den Scheibenwischermotor ein und lässt diesen ausfallen. Betroffen sind SPA-Plattform-Modelle; 2020 Rückruf wegen falsch angezogener Wischerarme. Sichtbarkeit bei Regen erheblich beeinträchtigt.
Bei hohen Laufleistungen werden verschlissene Spurstangenköpfe, Kugelgelenke und Fahrwerksbuchsen am S60 II/V60 I häufig von TÜV-Prüfern beanstandet. Das Fahrzeug zeigt sich beim Reifenverschleiß sehr anspruchsvoll.
Das Audio- und Navigationssystem im S60 II/V60 I versagt durch kalte Lötstellen im Steuergerät – bekanntes Problem der Volvo-Modellfamilie dieser Generation. Kosten für ein Austauschgerät liegen über 700 Euro.
Das Sensus-Infotainmentsystem der SPA-Plattform (XC60 II, S90 II, V90 II, S60 III, V60 II) friert ein oder startet beim Fahren neu. Software-Updates verbessern die Stabilität. Lenkradtaster fallen sporadisch aus.
Das optionale Panoramadach des V90 II und S90 II zeigt Fehlfunktionen beim automatischen Öffnen/Schließen. Defekte Sensoren oder Motorsteuerung können teuer werden; Wassereintritt bei Dichtungsschäden möglich.
Der BLIS-Totwinkelsensor des S60 II/V60 I reagiert auf eindringende Feuchtigkeit in die Kabelstränge mit Fehlalarmen oder komplettem Systemausfall. Eine Neukalibrierung oder der Tausch des Sensors ist nötig.