Volvo S60
Erster Drive-E-Turbovierzylinder mit 2,0 Litern und 140 kW, Volvos vollständig neu entwickelte Motorenfamilie ab 2013. Direkteinspritzung, Twin-Scroll-Turbolader und variable Ölpumpe. Leichter Aluminium-Open-Deck-Block für niedrigen Verbrauch; Thermostatprobleme bei frühen Baujahren beachten.
Drive-E Vernunft
140 kW Drive-E im S60: sparsam, modern, ausreichend. Wer mehr Dynamik will, greift zum T5.
Motor-Schwachstellen 6
Alle Drive-E-Vierzylinder verwenden einen Zahnriemen statt einer Kette. Das Wechselintervall beträgt 120.000–150.000 km (manche Quellen: 12–16 Jahre). Früherer Wechsel bei hoher Laufleistung empfehlenswert.
Symptome: Keine Vorzeichen bei plötzlichem Riss, gelegentliches Quietschen des Riemens bei nachlassendem Spanner
Drive-E-Motoren der frühen Baujahre (2013–2016) zeigen bekannte Kolbenring-Problematik mit erhöhtem Ölverbrauch. Volvo-Sammelklage in den USA dokumentiert das Problem. Ab MY2016.5 wurden Ringe überarbeitet.
Symptome: Starker Ölverbrauch (1 L / 1.000 km oder mehr), blauer Rauch aus dem Auspuff besonders beim Gasgeben, häufige Ölnachfüllungen nötig
Die Drive-E-Vierzylinder (VEP4) wurden mit niederdruck-Kolbenringen ausgestattet um Reibung zu reduzieren. Folge: erhöhter Ölverbrauch, besonders in der frühen Serienphase 2014–2016. Volvo erweiterte die Garantie auf 8 Jahre/160.000 km.
Symptome: Sinkender Ölstand ohne sichtbare Leckagen, blauer Rauch gelegentlich, erhöhter Ölverbrauch über 0,5 l/1000 km
Das PCV-System des Drive-E T4 neigt bei langen Ölwechselintervallen zur Verstopfung. Positiver Kurbelgehäusedruck presst Öl an Dichtungen heraus und beschleunigt den Ölverbrauch durch die Kolbenringe.
Symptome: Überdruck am Öleinfüller, Öl im Luftfiltergehäuse, Rauch aus der Entlüftung, abgeplatzter Öldeckel
Die Gummi-Ladeluftschläuche zwischen Turbolader und Ladeluftkühler altern und reißen. Typisches Problem bei Drive-E-Motoren nach 100.000 km. Druckverlust führt zu Leistungsabfall und Motorfehlern.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, pfeifendes Geräusch unter Last, Motorstörlicht, Turbo-Unterdruck-Fehlercode
Einige Drive-E T4/T5-Motoren zeigen Leerlaufpendeln zwischen 900 und 1700 U/min. Ursachen: Lambdasonde, Drosselklappensteller oder Software. Oft durch ECU-Update behebbar.
Symptome: Unregelmäßige Leerlaufdrehzahl, Drehzahlspitzen auf 1.500–1.700 rpm ohne Fahreraktion, Ruckeln im Leerlauf
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Der 5-Zylinder-Diesel D5 neigt zu Rissen im Zylinderkopf und verschlissenen Zylinderlaufbuchsen, besonders bei Modellen 2010–2013. Kühlmittelverlust ohne Leckstelle ist das erste Warnsignal.
Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 6DCT450 zeigt Ruckeln beim Anfahren, unsaubere Schaltvorgänge und Getriebeölverlust. Bei vernachlässigten Ölwechseln droht Getriebeausfall.
Ein Softwarefehler kann dazu führen, dass sich die elektrische Feststellbremse an Modellen bis Baujahr 2014 unbeabsichtigt löst. Volvo-Rückruf und Software-Update beheben das Problem.
Beim V90 II und S90 II wurde eine fehlerhafte Schweißnaht zwischen Rotorwelle und Hydraulikbremsaggregat festgestellt. Bei Versagen fallen ABS, ESC und Bremsassistent aus. Volvo hat 2021 einen Rückruf gestartet.
Bei XC60 II-Exemplaren zwischen September 2018 und April 2019 können Muttern und Schrauben an der Hinterachse zu lose sein. Fahrzeugverhalten kann sich abrupt ändern; Rückrufstatus prüfen.
Wasser dringt in den Scheibenwischermotor ein und lässt diesen ausfallen. Betroffen sind SPA-Plattform-Modelle; 2020 Rückruf wegen falsch angezogener Wischerarme. Sichtbarkeit bei Regen erheblich beeinträchtigt.
Bei hohen Laufleistungen werden verschlissene Spurstangenköpfe, Kugelgelenke und Fahrwerksbuchsen am S60 II/V60 I häufig von TÜV-Prüfern beanstandet. Das Fahrzeug zeigt sich beim Reifenverschleiß sehr anspruchsvoll.
Das Audio- und Navigationssystem im S60 II/V60 I versagt durch kalte Lötstellen im Steuergerät – bekanntes Problem der Volvo-Modellfamilie dieser Generation. Kosten für ein Austauschgerät liegen über 700 Euro.
Das Sensus-Infotainmentsystem der SPA-Plattform (XC60 II, S90 II, V90 II, S60 III, V60 II) friert ein oder startet beim Fahren neu. Software-Updates verbessern die Stabilität. Lenkradtaster fallen sporadisch aus.
Das optionale Panoramadach des V90 II und S90 II zeigt Fehlfunktionen beim automatischen Öffnen/Schließen. Defekte Sensoren oder Motorsteuerung können teuer werden; Wassereintritt bei Dichtungsschäden möglich.
Der BLIS-Totwinkelsensor des S60 II/V60 I reagiert auf eindringende Feuchtigkeit in die Kabelstränge mit Fehlalarmen oder komplettem Systemausfall. Eine Neukalibrierung oder der Tausch des Sensors ist nötig.