Volvo S60
Volvo Drive-E-Twincharged-Motor mit Turbo- und Kompressoraufladung für 235 kW aus 2,0 Litern. Einzigartiger Antriebsstrang mit sequentieller Auf- und Abladung für spontanes Ansprechen bei niedrigen Drehzahlen. Komplexere Wartungsanforderungen durch Doppelaufladung.
Twin-Charge: Turbo + Kompressor
225 kW mit Kompressor für unteren Drehzahlbereich und Turbo obendraus: kein Turboloch, sofortiger Antritt. Einzigartiges Volvo-System.
Motor-Schwachstellen 4
Der Roots-Kompressor des T6 Drive-E neigt ab ca. 150.000–200.000 km zu Dichtungsversagen. Versprödete Kunststoff- und Gummiteile lassen unkontrollierte Luft eintreten. Typischer Fehlercode: P0171 (System zu mager). Reparaturkosten 2.000–5.000€.
Symptome: Leistungseinbruch besonders bei niedrigen Drehzahlen, Fehlerlampe P0171, schlechte Kraftstoffökonomie, Kompressor-Nebengeräusche
Der Zahnriemenwechsel am T6 ist durch den integrierten Kompressor aufwändiger als bei T4/T5. Arbeitszeit und Kosten sind entsprechend höher. Wechselintervall 120.000 km/8 Jahre gilt auch hier.
Symptome: Keine Vorzeichen, Empfehlung: Prüfung ab 100.000 km
Das Bypassventil des T6-Kompressors versagt mechanisch und löst den Fehlercode ECM P00C423 aus. Typisches Problem bei älteren T6-Motoren, das zu Leistungseinbußen und unregelmäßigem Motorbetrieb führt.
Symptome: Unregelmäßige Leistungsentfaltung, Fehlerlampe mit Code P00C4, Leistungsabfall bei Schaltpunkten
Der T6 Drive-E teilt das Ölverbrauchsproblem der frühen VEP4-Baureihe. Alle T6-Vorserienbaujahre (2015–2018) sind als 'Ölverbraucher' bekannt. Volvo-Garantieverlängerung auf 8 Jahre greift bei dokumentierten Fällen.
Symptome: Deutlich sinkender Ölstand, kein sichtbarer Verlust von außen, gelegentlich blauer Rauch
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Der 5-Zylinder-Diesel D5 neigt zu Rissen im Zylinderkopf und verschlissenen Zylinderlaufbuchsen, besonders bei Modellen 2010–2013. Kühlmittelverlust ohne Leckstelle ist das erste Warnsignal.
Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 6DCT450 zeigt Ruckeln beim Anfahren, unsaubere Schaltvorgänge und Getriebeölverlust. Bei vernachlässigten Ölwechseln droht Getriebeausfall.
Ein Softwarefehler kann dazu führen, dass sich die elektrische Feststellbremse an Modellen bis Baujahr 2014 unbeabsichtigt löst. Volvo-Rückruf und Software-Update beheben das Problem.
Beim V90 II und S90 II wurde eine fehlerhafte Schweißnaht zwischen Rotorwelle und Hydraulikbremsaggregat festgestellt. Bei Versagen fallen ABS, ESC und Bremsassistent aus. Volvo hat 2021 einen Rückruf gestartet.
Bei XC60 II-Exemplaren zwischen September 2018 und April 2019 können Muttern und Schrauben an der Hinterachse zu lose sein. Fahrzeugverhalten kann sich abrupt ändern; Rückrufstatus prüfen.
Wasser dringt in den Scheibenwischermotor ein und lässt diesen ausfallen. Betroffen sind SPA-Plattform-Modelle; 2020 Rückruf wegen falsch angezogener Wischerarme. Sichtbarkeit bei Regen erheblich beeinträchtigt.
Bei hohen Laufleistungen werden verschlissene Spurstangenköpfe, Kugelgelenke und Fahrwerksbuchsen am S60 II/V60 I häufig von TÜV-Prüfern beanstandet. Das Fahrzeug zeigt sich beim Reifenverschleiß sehr anspruchsvoll.
Das Audio- und Navigationssystem im S60 II/V60 I versagt durch kalte Lötstellen im Steuergerät – bekanntes Problem der Volvo-Modellfamilie dieser Generation. Kosten für ein Austauschgerät liegen über 700 Euro.
Das Sensus-Infotainmentsystem der SPA-Plattform (XC60 II, S90 II, V90 II, S60 III, V60 II) friert ein oder startet beim Fahren neu. Software-Updates verbessern die Stabilität. Lenkradtaster fallen sporadisch aus.
Das optionale Panoramadach des V90 II und S90 II zeigt Fehlfunktionen beim automatischen Öffnen/Schließen. Defekte Sensoren oder Motorsteuerung können teuer werden; Wassereintritt bei Dichtungsschäden möglich.
Der BLIS-Totwinkelsensor des S60 II/V60 I reagiert auf eindringende Feuchtigkeit in die Kabelstränge mit Fehlalarmen oder komplettem Systemausfall. Eine Neukalibrierung oder der Tausch des Sensors ist nötig.