Volvo S80
Turbofünfzylinder mit 2,5 Litern und 154 kW, gefertigt in Skövde/Schweden. Mitsubishi-Turbolader mit Ladeluftkühlung für kräftiges Drehmoment bei mittleren Drehzahlen. Kettenantrieb, beliebt als harmonisches Allround-Aggregat ohne Extremspitzen.
Komfort-Cruiser mit Turbo
Turboschub in der Limousine – komfortabel und souverän. Keine Rennstrecke, aber gern getretenes Gaspedal.
Motor-Schwachstellen 4
Wechselintervall 160.000 km oder 10 Jahre. Zahnriemen treibt Wasserpumpe an. Alte Pumpe nach Zahnriemenwechsel kann blockieren und den neuen Riemen sofort zerstören.
Symptome: Kein Vorwarnsignal. Versäumter Service führt zu Motorschaden ohne Vorwarnung.
Kunststoffschläuche des PCV-Systems verspröden und reißen, Abscheider verstopft durch Ölschlamm. Kurbelgehäuseunterdruck zieht Öl an Nockenwellen- und Kurbelwellendichtungen vorbei.
Symptome: Pfeifendes Geräusch unter Motorhaube, Ölflecken rückseitig unter dem Motor, steigender Ölverbrauch, Rauch aus Motorraum.
Die Ölaustrittsleitung des Turboladers dichtet mit O-Ringen ab, die bei höheren Laufleistungen ausleiern. Ölverlust am Turbogehäuse und erhöhter Ölverbrauch sind die Folge.
Symptome: Blauer Rauch nach Schubbetrieb, Ölansammlung unter dem Fahrzeug im Turbobereich, Ölverbrauch 0,5-1L pro 1.000 km.
Ventildeckeldichtung und Dichtungen der Zündkerzenschächte werden im Alter porös. Öl läuft in Zündkerzenschächte und verursacht Fehlzündungen.
Symptome: Fehlzündungen (Zylinder 1-5), ruppiger Motorlauf, Zündkerzen ölig, P030x-Fehler.
Fahrzeug-Schwachstellen 10
Der 5-Zylinder-Diesel neigt zur Bildung von Rissen im Zylinderkopf und verschlissenen Zylinderlaufbuchsen, besonders bei höherer Laufleistung. Kühlmittelstand regelmäßig kontrollieren.
Das Automatikgetriebe des S80 I gilt als anfällig und kostenintensiv im Austausch. Reparatur beim Spezialisten kostet 3.000–4.000 Euro, Volvo-Händler verlangen bis 6.000–8.000 Euro. Regelmäßige Ölwechsel verzögern den Ausfall.
Das Geartronic-Automatikgetriebe des S80 I erfordert alle 50.000–60.000 km einen Ölwechsel. Volvo deklarierte es als wartungsfrei – das führt bei vielen Exemplaren zum frühzeitigen Schaden.
Beim S80 I verschleißen Spurstangenköpfe, Kugelgelenke und Querlenker-Gummilager der Vorderachse mit zunehmender Laufleistung überdurchschnittlich. TÜV-Prüfer beanstanden diese Komponenten regelmäßig.
Die elektrische Sitzverstellung kann beim S80 I blockieren und die Sitzschiene in eine Extremposition fahren. Laut Nutzerbericht ist ein Fahrer bis ans Lenkrad gerutscht und konnte den Sitz nicht mehr zurückfahren. Steuergerät tauschen.
Auch der S80 I leidet unter dem P2-typischen Problem undichter Lenkgetriebe. Die Zahnstange verliert über altersmüde Dichtungen Servoöl. Instandsetzung bei Spezialwerkstatt spart gegenüber Neu-Einheit deutlich.
Kalte Lötstellen im Steuergerät des Audiosystems führen zum intermittierenden oder vollständigen Ausfall. Vollständiger Einheitenaustausch kostet ab 500 €; Austauschgeräte aus Schlachthöfen als günstige Alternative.
Die Gummi-Stabilisatorbuchsen des S80 I verschleißen frühzeitig – laut Forum-Berichten bereits ab 10.000 km möglich, standard ab 80.000 km. TÜV-Prüfer bemängeln Spiel am Stabilisator überdurchschnittlich oft beim S80.
Ab etwa 50.000 km klagen S80-I-Besitzer über zunehmende Knarz- und Klappergeräusche im Innenraum. Türverkleidungen, Kabelstränge und Plastikteile lockern sich und erzeugen störende Geräusche auf schlechten Straßen.
Fensterheber ziehen die Scheiben nach etwa 75 % Schließweg automatisch hoch, da verhärtete Türdichtungen den Einklemmschutz auslösen. Silikonspray auf Dichtungen oder Dichtungstausch schafft Abhilfe.