Volvo S80
Erster Drive-E-Turbovierzylinder mit 2,0 Litern und 140 kW, Volvos vollständig neu entwickelte Motorenfamilie ab 2013. Direkteinspritzung, Twin-Scroll-Turbolader und variable Ölpumpe. Leichter Aluminium-Open-Deck-Block für niedrigen Verbrauch; Thermostatprobleme bei frühen Baujahren beachten.
Modern, aber zurückhaltend
Drive-E im alten S80: saubere Kombination, jedoch fehlt dem großen Wagen die Motorfrische.
Motor-Schwachstellen 6
Alle Drive-E-Vierzylinder verwenden einen Zahnriemen statt einer Kette. Das Wechselintervall beträgt 120.000–150.000 km (manche Quellen: 12–16 Jahre). Früherer Wechsel bei hoher Laufleistung empfehlenswert.
Symptome: Keine Vorzeichen bei plötzlichem Riss, gelegentliches Quietschen des Riemens bei nachlassendem Spanner
Drive-E-Motoren der frühen Baujahre (2013–2016) zeigen bekannte Kolbenring-Problematik mit erhöhtem Ölverbrauch. Volvo-Sammelklage in den USA dokumentiert das Problem. Ab MY2016.5 wurden Ringe überarbeitet.
Symptome: Starker Ölverbrauch (1 L / 1.000 km oder mehr), blauer Rauch aus dem Auspuff besonders beim Gasgeben, häufige Ölnachfüllungen nötig
Die Drive-E-Vierzylinder (VEP4) wurden mit niederdruck-Kolbenringen ausgestattet um Reibung zu reduzieren. Folge: erhöhter Ölverbrauch, besonders in der frühen Serienphase 2014–2016. Volvo erweiterte die Garantie auf 8 Jahre/160.000 km.
Symptome: Sinkender Ölstand ohne sichtbare Leckagen, blauer Rauch gelegentlich, erhöhter Ölverbrauch über 0,5 l/1000 km
Das PCV-System des Drive-E T4 neigt bei langen Ölwechselintervallen zur Verstopfung. Positiver Kurbelgehäusedruck presst Öl an Dichtungen heraus und beschleunigt den Ölverbrauch durch die Kolbenringe.
Symptome: Überdruck am Öleinfüller, Öl im Luftfiltergehäuse, Rauch aus der Entlüftung, abgeplatzter Öldeckel
Die Gummi-Ladeluftschläuche zwischen Turbolader und Ladeluftkühler altern und reißen. Typisches Problem bei Drive-E-Motoren nach 100.000 km. Druckverlust führt zu Leistungsabfall und Motorfehlern.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, pfeifendes Geräusch unter Last, Motorstörlicht, Turbo-Unterdruck-Fehlercode
Einige Drive-E T4/T5-Motoren zeigen Leerlaufpendeln zwischen 900 und 1700 U/min. Ursachen: Lambdasonde, Drosselklappensteller oder Software. Oft durch ECU-Update behebbar.
Symptome: Unregelmäßige Leerlaufdrehzahl, Drehzahlspitzen auf 1.500–1.700 rpm ohne Fahreraktion, Ruckeln im Leerlauf
Fahrzeug-Schwachstellen 17
Das Powershift-Doppelkupplungsgetriebe (Getrag 6DCT450) rückt in Neutral, ruckt beim Beschleunigen und zeigt verzögerte Schaltungen. Plastik-Kupplungskorb-Abstandshalter brechen und erfordern Kupplungstausch. Ölwechsel alle 60.000 km wichtig.
Das Lenkgetriebe des V70 III und S80 II entwickelt bei hohen Laufleistungen Undichtigkeit und zunehmendes Spiel. Ein defektes Lenkgetriebe verursacht Reparaturkosten von rund 2.000 Euro.
Der vordere Hilfsrahmen zeigt bei V70 III und XC70 II häufig Korrosion, die bei Nichtbehandlung das gesamte Vorderachsaggregat beeinträchtigt. Beim XC70 II rosten zusätzlich hintere Hilfsrahmen bei Fahrzeugen vor Baujahr 2010.
Die optionale elektronische Niveauregulierung der V70 III XC-Modelle fällt aus. Kompressor oder Luftfederbälge müssen ersetzt werden; Kosten bis 1.600 € mit Original-Volvo-Teilen.
Die optionale hintere Niveauregulierung des S80 II versagt mit zunehmender Laufleistung. Eine Reparatur kostet rund 1.600 Euro. Defekte Luftfedern sind erkennbar daran, dass das Fahrzeug hinten absinkt.
Klimakompressoren der Modelle 2008 und 2009 neigen zur Undichtigkeit, Kühlmittel entweicht. Inspektion erfordert das Absenken des vorderen Motorschutzes.
Das Lenkgetriebe einzelner S80 II MJ 2007–2010 entwickelt Klopfgeräusche beim langsamen Lenken. Testfahrt: Lenkrad mehrfach von Anschlag zu Anschlag bewegen. Austausch kostet ca. 2.000 €.
Die Audio- und Navigationseinheit des S80 II leidet unter kalten Lötstellen auf der Platine, die zu intermittierenden Ausfällen führen. Zuerst sporadisches Einfrieren, dann Totalausfall. Austausch kostet mindestens 700 Euro.
Lenkgetriebe des S80 II (vor allem Baujahr 2007–2010) erzeugt Klopfgeräusche beim Lenkeinschlag bei niedrigen Geschwindigkeiten. Ursache ist Spiel im Lenkgetriebe. Reparatur kostet etwa 2.000 Euro.
Die Gummibuchsen der vorderen Querlenker des S80 II verhärten mit zunehmendem Alter und Laufleistung. Poltern bei Bodenwellen und ein unsauberes Lenkgefühl sind die Folge. Wechsel wird oft mit Achsvermessung kombiniert.
Die hinteren Querlenker-Gummilager verschleißen beim V70 III und XC70 II typischerweise ab 160.000–170.000 km und verursachen Fahrgeräusche. Bei der S80 II ebenfalls bekannt. Ersatz ist Pflicht für präzises Fahrverhalten.
Das Audio- und Navigationssystem des V70 III und S80 II fällt durch kalte Lötstellen im Steuergerät aus. Parkpiepser versagen nach etwa 170.000 km. Xenonscheinwerfer brennen nach 170.000–200.000 km durch.
Das BLIS-Blindspot-Warnsystem fällt durch Feuchtigkeit im Kabelbaum oder Defekte an den Seitenspiegelsensoren aus. Warnsystem bleibt dauerhaft aktiv oder reagiert nicht mehr.
Die Lagerbuchsen der hinteren Querlenker verspröden nach etwa 160.000 km oder 8 Jahren. Polternde Geräusche an der Hinterachse sind charakteristisch; Reparatur ca. 400–700 €.
Das BLIS-System (Blind Spot Information System) des S80 II löst durch Feuchtigkeit in der Kabelführung Fehlalarme aus. Leuchtende Warnanzeige ohne echten Grund beunruhigt Fahrer und mindert den Nutzwert des Assistenten.
Die Leder- und T-Tec-Polster des V70 III und S80 II neigen dazu, an den Sitzflanken des Fahrersitzes zu reißen und aufzuplatzen. Die Erscheinung beginnt oft schon bei mittleren Laufleistungen.
Ultraschall-Einparksensoren fallen ab ca. 170.000 km aus. Günstiger Ersatz (No-Name) funktioniert oft kurzfristig nicht zuverlässig – Original-Volvo-Sensoren empfohlen.