Volvo S80
Drive-E-Turbovierzylinder mit 2,0 Litern und 187 kW für die T5-Baureihe. Größerer Turbolader als beim T4 mit höherem Ladedruck für sportlichere Charakteristik. Achtgang-Aisin-Automatik als Standardgetriebe; Ölwechselintervalle konsequent einhalten.
Kraftvoller Reisebegleiter
Kräftiger Turbo für zügige Autobahnfahrten ohne Anstrengung. Typisch Volvo: Komfort bleibt Trumpf.
Motor-Schwachstellen 6
Alle Drive-E-T-Varianten haben Zahnriemenantrieb. Beim T5 mit Hochdruckturbo ist der Riemenwechsel besonders wichtig – ein Riss führt zum sofortigen Totalschaden. Empfehlung: frühzeitiger Wechsel bei 100.000 km.
Symptome: Keine Vorzeichen bei plötzlichem Abriss, evtl. Quietschen bei nachlassendem Spanner
Der hochgeleistete T5 Drive-E teilt das Kolbenring-Problem mit dem T4. Besonders betroffen sind Fahrzeuge bis MY2016. Erhöhter Ölverbrauch ist systemisch und wurde in einer Sammelklage erfasst.
Symptome: Ölverbrauch über 0,5 L/1.000 km, blauer Rauch beim Warmstartbeschleunigen, Motoröl-Niveau sinkt zwischen Wechselintervallen stark
Der Drive-E T5 nutzt einen Zahnriemen (kein Kettenantrieb). Wechselintervall laut Volvo 150.000 Meilen / 10 Jahre, aber Fachleute empfehlen deutlich früher (120.000–150.000 km). Zahnriemenriss führt zu Motorschaden.
Symptome: Keine Frühwarnzeichen typisch — Motorstillstand ohne Vorwarnung bei Riemenriss. Vorbeugung: Kontrollieren auf Rissbildung bei jeder Inspektion
Der T5-Antrieb gehört zu den am häufigsten betroffenen Drive-E-Motoren beim Ölverbrauchsproblem. Besonders 2015–2017er Baujahre wurden im Rahmen eines Service-Kampagne (S29650) behandelt. Volvo verlängerte Garantie auf 8 Jahre.
Symptome: Ölstand sinkt zwischen Wechseln deutlich, gelegentlicher blauer Rauch, kein sichtbarer Ölverlust von außen
Die Kurbelgehäuseentlüftung des T5 Drive-E verstopft bei Vernachlässigung der Ölwechselintervalle. Kurbelgehäusedruck presst Öl aus Dichtungen, beschleunigt Ölverbrauch und kann zu Turboschäden führen.
Symptome: Überdruck am Öleinfüller, Öl im Luftfiltergehäuse, Ölverbrauch erhöht
Gummi-Ladeluftleitungen zum Intercooler altern und platzen unter Fahrbetrieb. Beim T5 durch höhere Ladedrücke häufiger als beim T4. Kurzreparatur oft möglich, aber dauerhafter Schlauchersatz empfohlen.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, pfeifendes oder zischendes Geräusch, Motorstörlicht P0299 (Turbo-Unterdruck)
Fahrzeug-Schwachstellen 17
Das Powershift-Doppelkupplungsgetriebe (Getrag 6DCT450) rückt in Neutral, ruckt beim Beschleunigen und zeigt verzögerte Schaltungen. Plastik-Kupplungskorb-Abstandshalter brechen und erfordern Kupplungstausch. Ölwechsel alle 60.000 km wichtig.
Das Lenkgetriebe des V70 III und S80 II entwickelt bei hohen Laufleistungen Undichtigkeit und zunehmendes Spiel. Ein defektes Lenkgetriebe verursacht Reparaturkosten von rund 2.000 Euro.
Der vordere Hilfsrahmen zeigt bei V70 III und XC70 II häufig Korrosion, die bei Nichtbehandlung das gesamte Vorderachsaggregat beeinträchtigt. Beim XC70 II rosten zusätzlich hintere Hilfsrahmen bei Fahrzeugen vor Baujahr 2010.
Die optionale elektronische Niveauregulierung der V70 III XC-Modelle fällt aus. Kompressor oder Luftfederbälge müssen ersetzt werden; Kosten bis 1.600 € mit Original-Volvo-Teilen.
Die optionale hintere Niveauregulierung des S80 II versagt mit zunehmender Laufleistung. Eine Reparatur kostet rund 1.600 Euro. Defekte Luftfedern sind erkennbar daran, dass das Fahrzeug hinten absinkt.
Klimakompressoren der Modelle 2008 und 2009 neigen zur Undichtigkeit, Kühlmittel entweicht. Inspektion erfordert das Absenken des vorderen Motorschutzes.
Das Lenkgetriebe einzelner S80 II MJ 2007–2010 entwickelt Klopfgeräusche beim langsamen Lenken. Testfahrt: Lenkrad mehrfach von Anschlag zu Anschlag bewegen. Austausch kostet ca. 2.000 €.
Die Audio- und Navigationseinheit des S80 II leidet unter kalten Lötstellen auf der Platine, die zu intermittierenden Ausfällen führen. Zuerst sporadisches Einfrieren, dann Totalausfall. Austausch kostet mindestens 700 Euro.
Lenkgetriebe des S80 II (vor allem Baujahr 2007–2010) erzeugt Klopfgeräusche beim Lenkeinschlag bei niedrigen Geschwindigkeiten. Ursache ist Spiel im Lenkgetriebe. Reparatur kostet etwa 2.000 Euro.
Die Gummibuchsen der vorderen Querlenker des S80 II verhärten mit zunehmendem Alter und Laufleistung. Poltern bei Bodenwellen und ein unsauberes Lenkgefühl sind die Folge. Wechsel wird oft mit Achsvermessung kombiniert.
Die hinteren Querlenker-Gummilager verschleißen beim V70 III und XC70 II typischerweise ab 160.000–170.000 km und verursachen Fahrgeräusche. Bei der S80 II ebenfalls bekannt. Ersatz ist Pflicht für präzises Fahrverhalten.
Das Audio- und Navigationssystem des V70 III und S80 II fällt durch kalte Lötstellen im Steuergerät aus. Parkpiepser versagen nach etwa 170.000 km. Xenonscheinwerfer brennen nach 170.000–200.000 km durch.
Das BLIS-Blindspot-Warnsystem fällt durch Feuchtigkeit im Kabelbaum oder Defekte an den Seitenspiegelsensoren aus. Warnsystem bleibt dauerhaft aktiv oder reagiert nicht mehr.
Die Lagerbuchsen der hinteren Querlenker verspröden nach etwa 160.000 km oder 8 Jahren. Polternde Geräusche an der Hinterachse sind charakteristisch; Reparatur ca. 400–700 €.
Das BLIS-System (Blind Spot Information System) des S80 II löst durch Feuchtigkeit in der Kabelführung Fehlalarme aus. Leuchtende Warnanzeige ohne echten Grund beunruhigt Fahrer und mindert den Nutzwert des Assistenten.
Die Leder- und T-Tec-Polster des V70 III und S80 II neigen dazu, an den Sitzflanken des Fahrersitzes zu reißen und aufzuplatzen. Die Erscheinung beginnt oft schon bei mittleren Laufleistungen.
Ultraschall-Einparksensoren fallen ab ca. 170.000 km aus. Günstiger Ersatz (No-Name) funktioniert oft kurzfristig nicht zuverlässig – Original-Volvo-Sensoren empfohlen.