Volvo V40
Erster Drive-E-Turbovierzylinder mit 2,0 Litern und 140 kW, Volvos vollständig neu entwickelte Motorenfamilie ab 2013. Direkteinspritzung, Twin-Scroll-Turbolader und variable Ölpumpe. Leichter Aluminium-Open-Deck-Block für niedrigen Verbrauch; Thermostatprobleme bei frühen Baujahren beachten.
Solide Alltagsleistung
Ausreichend Kraft für entspanntes Reisen. Kein Sportwagen, aber ein zuverlässiger Begleiter ohne Ermüdungserscheinungen.
Motor-Schwachstellen 6
Alle Drive-E-Vierzylinder verwenden einen Zahnriemen statt einer Kette. Das Wechselintervall beträgt 120.000–150.000 km (manche Quellen: 12–16 Jahre). Früherer Wechsel bei hoher Laufleistung empfehlenswert.
Symptome: Keine Vorzeichen bei plötzlichem Riss, gelegentliches Quietschen des Riemens bei nachlassendem Spanner
Drive-E-Motoren der frühen Baujahre (2013–2016) zeigen bekannte Kolbenring-Problematik mit erhöhtem Ölverbrauch. Volvo-Sammelklage in den USA dokumentiert das Problem. Ab MY2016.5 wurden Ringe überarbeitet.
Symptome: Starker Ölverbrauch (1 L / 1.000 km oder mehr), blauer Rauch aus dem Auspuff besonders beim Gasgeben, häufige Ölnachfüllungen nötig
Die Drive-E-Vierzylinder (VEP4) wurden mit niederdruck-Kolbenringen ausgestattet um Reibung zu reduzieren. Folge: erhöhter Ölverbrauch, besonders in der frühen Serienphase 2014–2016. Volvo erweiterte die Garantie auf 8 Jahre/160.000 km.
Symptome: Sinkender Ölstand ohne sichtbare Leckagen, blauer Rauch gelegentlich, erhöhter Ölverbrauch über 0,5 l/1000 km
Das PCV-System des Drive-E T4 neigt bei langen Ölwechselintervallen zur Verstopfung. Positiver Kurbelgehäusedruck presst Öl an Dichtungen heraus und beschleunigt den Ölverbrauch durch die Kolbenringe.
Symptome: Überdruck am Öleinfüller, Öl im Luftfiltergehäuse, Rauch aus der Entlüftung, abgeplatzter Öldeckel
Die Gummi-Ladeluftschläuche zwischen Turbolader und Ladeluftkühler altern und reißen. Typisches Problem bei Drive-E-Motoren nach 100.000 km. Druckverlust führt zu Leistungsabfall und Motorfehlern.
Symptome: Plötzlicher Leistungsverlust, pfeifendes Geräusch unter Last, Motorstörlicht, Turbo-Unterdruck-Fehlercode
Einige Drive-E T4/T5-Motoren zeigen Leerlaufpendeln zwischen 900 und 1700 U/min. Ursachen: Lambdasonde, Drosselklappensteller oder Software. Oft durch ECU-Update behebbar.
Symptome: Unregelmäßige Leerlaufdrehzahl, Drehzahlspitzen auf 1.500–1.700 rpm ohne Fahreraktion, Ruckeln im Leerlauf
Fahrzeug-Schwachstellen 11
Das Ford/Getrag-Powershift-Getriebe 6DCT450 im V40 II ruckelt beim Anfahren, schaltet ruckartig, versagt gelegentlich den Rückwärtsgang und verliert Öl. Im schlimmsten Fall versagt das Getriebe vollständig.
Betroffen sind V40 II Baujahre 2013-2016: Ein Defekt am Kühlsystem kann zu Kühlmittelverlust auf heißen Motorteilen führen und im Extremfall Motorraumbrände verursachen. Volvo rief betroffene Fahrzeuge in die Werkstatt.
Beim V40 II klemmen die hinteren Bremssättel ein – dies verursacht einseitigen Bremsbelagverschleiß und verhindert die korrekte Funktion der Feststellbremse. Rost auf den Bremsscheiben beschleunigt das Problem.
Der Klimakompressor fällt bei 40.000–80.000 km aus – durch defekte Kompressoren oder undichte Leitungen. Warme Luft trotz Klimabetrieb und ungewöhnliche Geräusche sind typische Symptome.
Die Startbatterie des V40 II gilt als Pannenschwerpunkt. Schon nach 3-4 Jahren kommt es zu häufigem Tiefentladen, besonders bei kurzen Stadtfahrten. Ruhestrommessungen zeigen erhöhten Standby-Verbrauch.
Vor allem bei T3- und T4-Motoren tritt nach 80.000-100.000 km Kühlmittelverlust auf. Ursache sind undichte Schläuche oder der Kühlmittelbehälterdeckel. Druckprüfung empfehlenswert beim Kauf.
Die Windschutzscheibe des V40 II neigt zur Undichtigkeit am oberen Rand durch mangelhaften Klebstoff ab Werk. Wasser sammelt sich unter dem Teppich, kann Elektronik beschädigen und Schimmel verursachen.
TÜV-Prüfer beanstanden beim V40 II regelmäßig verschlissene Fahrwerksfedern und Stoßdämpfer. Besonders auf schlechten Straßen macht sich das früh bemerkbar. Bremsklötze hinten zeigen überdurchschnittlichen Verschleiß.
Türschlösser frieren bei tiefen Temperaturen ein und lassen sich nicht öffnen oder schließen. Das Schloss muss ausgebaut und getrocknet werden; präventiv Schlossfett verwenden.
Die Lackierung der Kunststoffstoßfänger löst sich frühzeitig ab, vor allem bei dunklen Farben. Ursache ist unzureichende Grundierung am Werk; eine Neulackierung ist dauerhafter als Ausbessern.
Defekte Sitzheizungsmatten sind beim V40 II ein häufig genanntes Problem. Meist funktioniert nur noch eine Seite oder die Heizleistung lässt stark nach. Ursache sind verschlissene Heizwendeln oder defekte Steuerungen.
Berichte & Tests
Der V40 II zeigt beim TÜV deutlich weniger Mängel als der Segmentdurchschnitt. Bremssystem besser als der Durchschnitt.