Mitsubishi Pajero V80
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Pajero V80 (2006–2021) ist der letzte echte Pajero — über fünfzehn Jahre nahezu unverändert gebaut, mit Super-Select-Allrad und Leiterrahmen-Charakter im selbsttragenden Kleid. Käufer bekommen einen ausgereiften, langlebigen Geländewagen für lange Strecken und schwere Anhänger, der nach Modelljahr und Motor sorgfältig ausgewählt werden will.
Die Motoren: Das Rückgrat ist der 4M41 (3,2 DI-D), je nach Baujahr 121 oder 145 kW, als Schalter oder Automatik. Drehmomentstarker Common-Rail-Diesel mit Steuerkette — robust, aber die Kunststoff-Gleitschiene oben im Kopf bricht aus und kann die Kette überspringen lassen (sev4/prob3). Rasseln aus dem Steuertrieb ist das Warnsignal. Dazu Injektorprobleme (sev4), AGR-Verschmutzung und erhöhter Ölverbrauch. Bei den Benzinern ist der 6G72 (3,0 V6, 131 kW) ein einfacher, langlebiger Sauger — aber Zahnriemen-Pflicht alle 90.000 km (Interferenzmotor!) und alterstypisch Zylinderkopfrisse nach Überhitzung (sev4). Der 6G75 (3,8 V6 MIVEC, 184 kW) ist der drehmomentstärkste und bei Pflege ein 300.000-km-Motor — auch hier Zahnriemen zwingend, ab 150.000 km steigender Ölverbrauch durch Ventilschaftdichtungen (harmlos).
Welche Variante: Der 4M41 ist der vernünftige Reisediesel, der 6G75 der souveräne (funRating: fun), aber durstige V6 für Vielfahrer mit Zughaken. Beim 6G72 ist der Zahnriemen-Nachweis Pflicht.
Ganzfahrzeug: Trotz Reife bleibt Rost Thema — mangelhafter Korrosionsschutz ab Werk an Unterboden und Blechen (sev4/prob3, 300–2.000 EUR). Die Federung ist sehr straff ohne Verstellung (400–1.200 EUR), die Kunststoffstoßstangen sind geländeuntauglich. Wichtig fürs Gelände: Wassereinbruch bei Wasserdurchfahrten (sev3) und der Super-Select-Verteilergetriebe-Magnetschalter, der streikt und nicht mehr schaltet (150–900 EUR). Dazu störanfällige ABS-Sensoren (150–600 EUR) und ein Rückruf zum Schaltzug-Umlenkhebel der Automatik — Status prüfen.
Probefahrt: Super Select durch alle Modi durchschalten — bleibt er hängen, ist der Solenoid fällig. Beim 4M41 auf Kettenrasseln hören, beim Benziner Zahnriemen-Beleg verlangen. Unterboden und Bleche auf Rost prüfen, Rückruf-Status zum Schaltzug abklären, Innenraum nach Geländenutzung auf Wasserspuren checken.
Marktstand 2026: Je nach Alter und Motor liegen gepflegte V80 bei rund 12.000–30.000 EUR, späte Final Edition deutlich darüber. Insider-Pick: ein später 4M41-Diesel mit Service-Historie, intakter Kettenführung und sauberem Unterboden — die letzte echte Geländewagen-Ikone, die noch lange durchhält.
250 PS
Pajero · Benzin
V6-Urgewalt
Macht Spaß!247–250 PS
3.8L V6 MIVEC Benzin
2 Schwachstellen
Gute WahlGenerationen
Motoren-Übersicht
Der Mitsubishi Pajero V80 ist mit 3 Motorisierungen erhältlich — von 160 PS bis 250 PS.
Kräftiger 3,2-Liter-Common-Rail-Diesel mit reichlich Drehmoment, der über mehrere Generationen als Hauptantrieb diente. Die Steuerung läuft über eine Kette statt Zahnriemen — grundsätzlich langlebig, aber mit einer ernsten Schwachstelle: Die Kunststoff-Kettenführung oben im Zylinderkopf wird mit der Zeit dünn, bricht aus und kann mit ihren Bruchstücken die Kette zum Überspringen bringen. Folge ist ein katastrophaler Motorschaden. Ein neu auftretendes Rasseln muss daher sofort untersucht werden, am besten wird die Führung im Rahmen der Ventilspielprüfung kontrolliert. Injektoren reagieren empfindlich auf Wasser und Schmutz im Kraftstoff und verschleißen meist zwischen 150.000 und 200.000 km; ein verschlissener Injektor kann ein Loch in den Kolben brennen. AGR-Ventil und DPF setzen sich bei Kurzstrecke zu. Bei rechtzeitiger Kettenführungs-Kontrolle und sauberem Diesel ein zuverlässiger Langläufer jenseits der 300.000 km.
- !! Steuerketten-Gleitschiene verschlissen ab 120.000 km
Die obere Kunststoff-Gleitschiene der Steuerkette verschleißt und löst sich auf. Metallreste gelangen ins Ölsystem. Bei falscher Motordrehrichtung springt der Kettenspanner aus und kann den Motor zerstören.
Symptome: Rasseln aus dem Steuerkettenbereich beim Kaltstart, unruhiger Lauf, im schlimmsten Fall Motorschaden - !! Injektoren verstopft oder defekt ab 150.000 km
Die Common-Rail-Injektoren neigen bei höherer Laufleistung zu Ablagerungen und Verschleiß. Defekte Injektoren können Kolbenschäden verursachen, was bei 103.000–109.000 km in Foren dokumentiert wurde.
Symptome: Unrunder Motorlauf, Rauchwolken beim Start, Leistungsverlust, erhöhter Kraftstoffverbrauch - !! AGR-Ventil verschmutzt und defekt ab 150.000 km
Das AGR-Ventil und der AGR-Kühler verstopfen durch Rußablagerungen. Der Ausbau ist sehr aufwendig — Kühlsystem, Keilriemen, Lichtmaschine und Turboladerschläuche müssen demontiert werden.
Symptome: Leistungsverlust, unruhiger Leerlauf, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Motorwarnleuchte
+ 1 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Der 3.0 V6 ist ein langlebiger, einfach aufgebauter Sauger mit Zahnriementrieb (Wechsel alle 90.000 km Pflicht, Interferenzmotor — reißt der Riemen, treffen Kolben auf Ventile). Konstruktiv robust und gut zu warten, aber alterstypisch: Aluköpfe werden mit den Jahren weich und neigen nach Überhitzung zum Reißen, besonders bei vernachlässigtem Kühlsystem. Die O-Ringe der Kühlmittelrohre im Block-V altern und ziehen Luft, was Überhitzung begünstigt. Ölverbrauch durch verhärtete Ventilschaftdichtungen ist ab hoher Laufleistung normal. Wichtig beim Kauf: Kühlsystemhistorie, dichte Kopfdichtung und gewechselter Zahnriemen mit Beleg. Gut gepflegt läuft der Motor problemlos jenseits 300.000 km.
- !! Zylinderkopfrisse ab 180.000 km
Bei hohen Laufleistungen können die Aluminiumzylinderköpfe zwischen den Ventilen reißen. Wasser gelangt ins Öl, Kompression fällt ab. Neuer Originalkopf kostet ca. 1.600 € pro Stück.
Symptome: Steigender Kühlmittelverbrauch, Überhitzung, weißer Qualm aus dem Auspuff, Ölschlamm im Ausgleichsbehälter, Heizung wird nicht warm. - !! Zahnriemen — Pflichtintervall ab 90.000 km
Interferenzmotor: Bei Zahnriemenriss schlagen Ventile an Kolben — Totalschaden droht. Wechselintervall 90.000 km oder 6 Jahre zwingend einhalten, Wasserpumpe immer mittauschen.
Symptome: Vor dem Riss meist keine Vorwarnung; reißt der Zahnriemen, geht der Motor schlagartig aus und springt nicht mehr an (kapitaler Schaden durch Ventil-Kolben-Kontakt). - ! Zündanlage feuchtigkeitsempfindlich ab 120.000 km
Feuchtigkeit an Verteilerkappe, Zündkabel und Zündspule führt zu Kriechströmen und Kaltstartproblemen. Tritt besonders bei nassem Wetter auf. Durch regelmäßige Pflege vermeidbar.
Symptome: Schlechtes Kaltstartvermögen, Motor orgelt beim Anspringen, nach dem Start normaler Lauf
+ 1 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Der 3.8 V6 mit variabler Ventilsteuerung (MIVEC) ist der drehmomentstärkste der Reihe und gilt bei korrekter Wartung als langlebig — Laufleistungen über 300.000 km sind keine Seltenheit. Antrieb über Zahnriemen, Wechsel spätestens bei 90.000 bis 100.000 km zwingend, da Interferenzmotor; beim Wechsel ist die korrekte Spannerjustage wichtig. Ab etwa 150.000 km steigt der Ölverbrauch durch verhärtete Ventilschaftdichtungen, erkennbar an bläulichem Qualm nach Schubphasen. Wasserpumpen schwächeln häufig jenseits 120.000 km, daher idealerweise zusammen mit dem Zahnriemen erneuern. Ventildeckel- und Hinterer-Kurbelwellen-Simmerring werden mit der Zeit undicht. Kaufcheck: Zahnriemen- und Wasserpumpenbeleg, Ölverbrauch beobachten, Kühlsystem dicht.
- !! Zahnriemen — Pflichtintervall ab 95.000 km
Interferenzmotor mit Zahnriemen. Wechselintervall von 100.000 km oder 5 Jahren — Nichteinhaltung bedeutet Totalschadenrisiko. Kosten 675–985 € inkl. Wasserpumpe.
Symptome: Keine Vorwarnung; bei Riss sofortiges Absterben ohne Wiederanspringen, kapitaler Schaden durch Ventil-Kolben-Kontakt. - ! Ölverbrauch durch Ventilschaftdichtungen ab 150.000 km
Bei höheren Laufleistungen neigen die Ventilschaftdichtungen des 6G75 zum Verhärten, was zu erhöhtem Ölverbrauch führt. Über 300 ml/1.000 km gilt als reparaturbedürftig.
Symptome: Bläulicher Qualm beim Gaswegnehmen und nach Schubphasen, steigender Ölverbrauch, Ölgeruch, ggf. verölte Zündkerzen.
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Mangelhafter Korrosionsschutz ab Werk Ohne werkseitige Unterbodenversiegelung rosten beim V80 vor allem die Schweller (besonders Langversion) und die Heckklappe am Scheibenrand. Hohlraum- und Unterbodenkonservierung im ersten Jahr beugt vor. Symptome: Rostflecken an Bodenblechen und Türunterkanten, Reserveradträger korrodiert, Steinschlagrost unter dem Motorraum ab 100.000 km | Mittel |
Alternativen
Audi RS Q8 4M
Großer SUV (2019–2026)
Audi SQ8 4M
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BMW X6 G06
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Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Mitsubishi Pajero V80 (2006–2021) sind insgesamt 17 Schwachstellen dokumentiert — davon 10 motorbezogen und 7 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Rost, Fahrwerk, Karosserie, Elektronik. Als zuverlässig gilt: 6G75 (3.8L V6 MIVEC).
Pajero (4M41, 2006–2011) — Aufpassen: Steuerketten-Gleitschiene verschlissen, Injektoren verstopft oder defekt, AGR-Ventil verschmutzt und defekt. Leistung: 160–170 PS.
Pajero (4M41, 2012–2021) — Aufpassen: Steuerketten-Gleitschiene verschlissen, Injektoren verstopft oder defekt, AGR-Ventil verschmutzt und defekt. Leistung: 190–200 PS.
Pajero (6G72, 2006–2011) — Aufpassen: Zylinderkopfrisse, Zahnriemen — Pflichtintervall, Zündanlage feuchtigkeitsempfindlich. Leistung: 178 PS.
Worauf beim Mitsubishi Pajero achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Mitsubishi Pajero V80? +
Worauf muss ich beim Mitsubishi Pajero V80 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Mitsubishi Pajero V80 Motor ist am haltbarsten? +
Welcher Mitsubishi Pajero V80 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Mitsubishi Pajero V80 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Mitsubishi Pajero V80? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr