Nissan Leaf ZE1
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Leaf ZE1 (2017-2024) ist die zweite Generation und ein deutlicher Schritt nach vorn: modernes Design, mehr Reichweite und mit dem EM57-Antrieb wahlweise als 40-kWh-Modell oder als stärkerer e+ mit 62 kWh. Real liegen je nach Variante und Temperatur etwa 200 bis über 300 km drin — das macht ihn alltagstauglicher als den Vorgänger. Auch beim Komfort, der Materialqualität und der Assistenzelektronik (ProPilot) legte Nissan spürbar zu, ohne das schlüssige Bedienkonzept und die gute Übersicht aufzugeben. Damit taugt der ZE1 auch als vollwertiges Familienauto und nicht nur als reines Stadtfahrzeug. Eine grundsätzliche Designentscheidung blieb aber bestehen.
Wie schon der ZE0 verzichtet auch der ZE1 auf eine aktive Flüssigkeitskühlung der Hochvolt-Batterie. Das macht sich beim wiederholten Schnellladen bemerkbar: Beim sogenannten Rapidgate drosselt das Fahrzeug die Ladeleistung deutlich, sobald der Akku auf längeren Fahrten mehrfach hintereinander an der Schnellladesäule erhitzt wird. Für lange Autobahnetappen mit vielen Ladestopps ist der Leaf dadurch weniger geeignet als gekühlte Konkurrenten. Beim Gebrauchtkauf ist außerdem zu beachten, dass die 30-kWh-Akkus (aus der Übergangsphase) schneller degradieren als die 40-kWh-Packs — der reale SOH ist hier besonders wichtig.
Deshalb gilt auch beim ZE1: State of Health prüfen, Kapazitätsbalken kontrollieren und idealerweise per Diagnose den tatsächlichen Akkuzustand auslesen. Ein Auto mit hohem Schnellladeanteil über sein Leben ist potenziell stärker gealtert. Der CHAdeMO-Standard, den der Leaf zum Schnellladen nutzt, ist mittlerweile selten geworden — gelegentlich treten zudem CHAdeMO-Ladefehler auf, die das Laden an manchen Säulen erschweren. Wer regelmäßig DC laden will, sollte die Verfügbarkeit passender Säulen in seiner Region prüfen.
Weitere bekannte Punkte: Die optionale Wärmepumpe kann Kältemittel verlieren, was Heizleistung und Effizienz im Winter spürbar mindert. Und wie bei nahezu allen E-Autos entlädt sich die kleine 12V-Bordnetzbatterie im Stand gern — ein günstiges, aber lästiges Thema, das man auf dem Schirm haben sollte.
Kaufberatung: SOH auslesen lassen, Ladehistorie und Akkugröße (30/40/62 kWh) klären, die Funktion der Wärmepumpe im Heizbetrieb prüfen, 12V-Batterie checken und sich der CHAdeMO-Thematik bewusst sein. Der Preis sollte zur realen Restkapazität passen.
Fazit: Der ZE1 ist ein solider, leiser und wartungsarmer Stromer, der als Pendler- und Familienauto in der Stadt und im Umland überzeugt. Der Antriebsstrang gilt als langlebig, die laufenden Kosten sind niedrig, und das Platzangebot ist alltagstauglich. Wer überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt und nicht ständig auf Langstrecke mit vielen Schnellladestopps unterwegs ist, bekommt ein angenehmes, unkompliziertes Auto. Für intensives Schnellladen ist die fehlende aktive Kühlung aber eine echte Schwäche — und der reale Akkuzustand bleibt, wie bei jedem gebrauchten Elektroauto, das alles entscheidende Kaufkriterium, an dem sich der Preis messen lassen muss.
Generationen
Motoren-Übersicht
Der Nissan Leaf ZE1 ist in einer Motorisierung mit 109 PS erhältlich.
Hauseigener Elektromotor mit Inverter, je nach Ausbaustufe von rund 109 bis 394 PS Systemleistung. Der Antrieb selbst ist bewährt und robust, die Synchronmaschine läuft praktisch verschleißfrei, das Reduktionsgetriebe ist unkompliziert. Schwachpunkt ist die Batterie: Frühe Akkus ohne aktive Flüssigkeitskühlung degradieren bei Hitze und häufigem Schnellladen spürbar schneller. Dazu kommt die Ladedrosselung bei wiederholtem DC-Laden, wenn die Zelltemperatur steigt. Beim Kauf den Akku-Gesundheitswert prüfen und auf das Kühlkonzept der jeweiligen Generation achten.
- !! Beschleunigte Batteriedegradation (keine aktive Kühlung) ab 80.000 km
Der Nissan Leaf verwendet eine passive Luftkühlung für die Batterie. Besonders die 24-kWh-Variante (ZE0) verliert bei heißem Klima oder häufigem Schnellladen deutlich an Kapazität. Restkapazitäten unter 70 % nach 80.000 km sind dokumentiert.
Symptome: Sinkende Reichweite, weniger Kapazitätsbalken in der Anzeige, kürzere Fahrstrecken pro Ladung - !! Rapidgate: Ladedrosselung bei Schnellladung
Der Leaf ZE1 (40 kWh) drosselt die Schnellladeleistung nach mehrfachem CHAdeMO-Laden auf einer Langstrecke drastisch. Ursache ist die fehlende aktive Batterie-Temperaturkontrolle. Nissan verbesserte die Software, löste das Problem aber nicht vollständig.
Symptome: Ladegeschwindigkeit sinkt bei der zweiten oder dritten Schnellladung drastisch, Ladezeiten verdoppeln sich - !! Hintere Bremsen festgegammelt (Rekuperation) ab 60.000 km
Durch die Rekuperation werden die Reibbremsen kaum benutzt, besonders hinten. Bremsscheiben rosten, Sättel und Führungsstifte gammeln fest. Folge: ungleicher Verschleiß, Quietschen, im Extremfall blockierende Bremse.
Symptome: Schleifgeräusche, Rost auf Scheiben, schwergängige oder einseitig ziehende Bremse, Quietschen bei niedriger Geschwindigkeit.
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Rapidgate: Ladeleistung bricht bei Wiederholung ein Beim Leaf ZE1 40kWh bricht die DC-Schnellladeleistung bei mehrfachem Schnellladen auf einer Strecke stark ein — bis auf 16 kW statt 50 kW. Nissan hat ein Software-Update herausgegeben, das die Drosselung auf ~40 kW reduziert. Symptome: Zweite und dritte Schnelladung deutlich langsamer, Ladebalken im Display füllt sich sehr langsam | Günstig | |
| Batterie-Degradation 30kWh schneller als 40kWh Leaf-ZE1-Modelle mit 30kWh-Batterie zeigen nachweislich schnellere Degradation als die 40kWh-Variante. Nach 4 Jahren erreichen 30kWh-Fahrzeuge oft nur noch die Reichweite älterer 24kWh-Modelle. Symptome: Sinkende Reichweite, reduzierte Balken im Batterie-Display, kürzere Ladezeiten bis Vollladung ab 80.000 km | Teuer | |
| CHAdeMO Ladefehler Einige Leaf ZE1 zeigen Fehler beim DC-Schnellladen über CHAdeMO. Fehlermeldungen am Fahrzeug oder an der Ladestation sind bekannt und können auf Kommunikationsfehler zwischen Fahrzeug und Ladesäule hindeuten. Symptome: Fehlermeldung 'Es wurde ein Fehler am Fahrzeug festgestellt' beim CHAdeMO-Laden, Laden bricht ab ab 60.000 km | Teuer | |
| 12V-Bordnetzbatterie entlädt sich im Stand Steuergeräte und der Online-Modus (TCU) ziehen im Standby zu viel Strom, sodass die kleine 12V-Batterie tiefentladen wird. Trotz voller Antriebsbatterie startet das Fahrzeug dann nicht mehr. Abhilfe schafft oft ein BCM-Update bei Nissan. Symptome: Auto reagiert morgens nicht, keine Reaktion auf Schlüssel, Warnung „EV-System warten – kein Strom", Anzeigen flackern; Starthilfe an der 12V-Batterie nötig. | Günstig |
Alternativen
BMW 2er U06
Kompaktklasse (2022–2025)
Honda Civic Type R FL5
Kompaktklasse (2022–2026)
Hyundai Elantra N CN7 N
Kompaktklasse (2022–2025)
Opel Astra L
Kompaktklasse (2022–2025)
Peugeot 408 E3
Kompaktklasse (2022–2026)
Renault Megane V-EV
Kompaktklasse (2022–2025)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Nissan Leaf ZE1 (2017–2024) sind insgesamt 8 Schwachstellen dokumentiert — davon 3 motorbezogen und 5 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Elektronik, Klimaanlage.
Leaf (EM57, 2017–2024) — Aufpassen: Beschleunigte Batteriedegradation (keine aktive Kühlung), Rapidgate: Ladedrosselung bei Schnellladung, Hintere Bremsen festgegammelt (Rekuperation). Leistung: 150 PS.
Leaf (EM57, 2019–2024) — Aufpassen: Beschleunigte Batteriedegradation (keine aktive Kühlung), Rapidgate: Ladedrosselung bei Schnellladung, Hintere Bremsen festgegammelt (Rekuperation). Leistung: 217 PS.
Worauf beim Nissan Leaf achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Nissan Leaf ZE1? +
Worauf muss ich beim Nissan Leaf ZE1 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Nissan Leaf ZE1 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Nissan Leaf ZE1 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Nissan Leaf ZE1? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr