Renault Twingo 3
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der Twingo III (2014–2024) ist der letzte konsequente Kleinstwagen mit Heckmotor und Hinterradantrieb — baugleich mit dem Smart ForFour. Sein Trumpf ist die Wendigkeit in der Stadt, sein Käuferkreis sind Pendler und Fahranfänger. Die Motorwahl trennt sorglos von riskant.
Die sichere Wahl ist der H4D (1.0 SCe) als Handschalter: Saugmotor ohne Turbo, kein Wastegate-Ärger, im Dauertest auf 100.000 km ohne Motorverschleiß. Er dreht in der Stadt hoch (real 6–8 Liter), aber wer ruhig schlafen will, nimmt genau diesen. Den H4B (0.9 TCe) gibt es nach dem Facelift Ende 2019 mit überarbeitetem Wastegate-Schutz — vor dem Facelift ist er die Achillesferse. Der vollelektrische Twingo-ZE (ab 2020) ist für reine Stadtpendler eine ernsthafte Option, lädt aber nur Wechselstrom (kein CCS).
Das große Thema ist der Turbolader des H4B vor dem Facelift: Feuchtigkeit kriecht in die Steckkontakte des elektronischen Wastegate-Aktors, der Turbo reagiert nicht mehr — Ruckeln, Leistungsverlust, Notlauf, Fehlercodes P22CF und P0234. Erste Fälle schon ab 20.000–35.000 km. Renault tauscht nicht das Einzelteil, sondern den ganzen Lader. Dazu kommen früh verschleißende Bremsen, Fahrwerksgelenke ab vier Jahren und eine empfindliche Elektrik (Lambdasonde, Zündkerzen früh fällig).
Probefahrt: Beim TCe den Kaltstart im Leerlauf beobachten und mehrfach aus dem Stand anfahren — Ruckeln ist ein Wastegate-Warnzeichen; mit einem OBD-Adapter auf P22CF/P0234/P22D2 prüfen. Kofferraumboden öffnen und den Heckmotor auf frische Öl- und Kühlmittelspuren ansehen; der Kühlmittelschlauch läuft weit nach vorn. Blinkerhebel testen (bekannter Ausfall), Heckklappendichtung auf Kantenrost prüfen.
Marktstand 2026: SCe 70 mit 70.000–100.000 km ab rund 3.500–5.500 Euro, TCe 90 zwischen 5.500 und 7.500 Euro, Post-Facelift ab 2019 mit wenig km 8.000–11.500 Euro, der Electric 10.000–14.000 Euro.
Insider-Pick: 1.0 SCe (H4D) als Handschalter — der saugende Dreizylinder umgeht das gesamte Wastegate-Drama und läuft bei einfacher Wartung problemlos über 120.000 km. Wer den TCe will, nimmt nur ein Post-Facelift-Exemplar ab Ende 2019 mit Restgarantie.
110 PS
Twingo · Benzin
Flotter Dreizylinder
Ganz okay65–73 PS
1.0L SCe Benzin
8 Schwachstellen
Gute WahlGenerationen
Motoren-Übersicht
Der Renault Twingo 3 ist mit 2 Motorisierungen erhältlich — von 65 PS bis 109 PS.
Dreizylinder-Turbo mit Steuerkette, entwickelt in Kooperation mit Nissan — grundsätzlich solider Aufbau, aber Ölqualität ist entscheidend: Bei nachlässigen Ölwechseln kann die Kette ab ca. 150.000 km zu knattern beginnen. Erhöhter Ölverbrauch bei etlichen Exemplaren bekannt; kurze Ölwechselintervalle von 10.000 km empfehlenswert.
- !! Wastegate-Stellmotor / Turboausfall ab 20.000 km
Das Wastegate des kleinen Turbos bekommt Spiel oder der Stellmotor versagt, oft schon bei niedriger Laufleistung. Folge sind Rasseln im Kaltstart und Notlauf mit Leistungsverlust. Frühe Baujahre vor der Werksrevision 2018 sind stärker betroffen.
Symptome: Rasseln vom Turbo im Kaltstart, schlagartiger Leistungsverlust, Notlaufmodus, Turbo-Fehlercode - !! Nockenwellenverstellmagnet defekt ab 80.000 km
Der Nockenwellenverstellmagnet am H4B versagt bei höheren Laufleistungen und verursacht Fahrzeugstottler und Fehlercodes. Im Twingo bekannt als Kaltstart-Problem.
Symptome: Unrunder Motorlauf, Stottern beim Kaltstart, Fehlercode Nockenwellensteuerung - !! Steuerkettenverschleiß ab 80.000 km
Die Steuerkette längt sich bei hoher Laufleistung, vor allem bei langen Ölwechselintervallen. Rasselt es beim Kaltstart, ist der Kettensatz fällig. Weniger akut als beim 1.2 TCe, aber vorhanden.
Symptome: Rasseln beim Kaltstart, metallisches Geräusch beim Gaswegnehmen um 1.500–1.700 U/min
+ 3 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Kleinstmotor der neueren Generation mit Steuerkette statt Zahnriemen; Kühlung sorgfältig im Auge behalten, da Überhitzungsneigung bekannt ist. Für Stadtbetrieb ausreichend robust, Steuerkettenverschleiß ab ca. 100.000 km beobachtet. Regelmäßiger Ölwechsel ist bei diesem kleinen Aggregat besonders wichtig.
- !! Steuerkette: Frühzeitiger Verschleiß ab 120.000 km
Bei einigen H4D-Motoren muss die Steuerkette bereits nach ca. 100.000 km getauscht werden. Mangelnde Schmierung durch späte Ölwechsel beschleunigt den Verschleiß des Kettenspanners erheblich.
Symptome: Rasseln oder Klappern beim Kaltstart, das sich nach dem Warmlaufen abschwächt; Motorkontrollleuchte bei Steuerkettenspanner-Fehler. - !! Ölringfestfressen bei hoher Laufleistung ab 120.000 km
Nach ca. 100.000 km können die Ölabstreifringe im H4D festfressen, was zu erhöhtem Ölverbrauch und Blaurauch führt. Ursache ist häufig verbranntes Öl durch zu lange Wechselintervalle.
Symptome: Blauer Rauch aus dem Auspuff, messbar ansteigender Ölverbrauch (über 0,5 L/1000 km), Einlaufrückstände im Motoröl. - !! Ventilspiel-Einstellung nötig ab 100.000 km
Der 1.0 SCe hat keine Hydrostößel; das Ventilspiel muss etwa alle 100.000 km manuell eingestellt werden. Wird es versäumt, drohen Klappern, Leistungsverlust und langfristig Ventilschäden.
Symptome: Leises Klappern beim Kaltstart, unruhiger Leerlauf, leicht erhöhter Verbrauch
+ 5 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| Achsaufhängung schlägt schnell aus Die Achsaufhängung ist die Hauptschwachstelle des Twingo III. Lager verschleißen schnell und erzeugen Klappergeräusche; bei der Hauptuntersuchung ab etwa 4 Jahren häufig beanstandet. Symptome: Klappern und Poltern bei Unebenheiten, TÜV-Mängel an Achslagerung ab 60.000 km | Günstig | |
| Defekte Fahrwerksfedern und Stoßdämpfer Federn und Dämpfer führen regelmäßig zur Ablehnung der Hauptuntersuchung. Typisches TÜV-Problem ab dem 4. Lebensjahr, zusätzlich gelten mangelhafte Bremsleitungen als Schwachpunkt. Symptome: Hartes Fahrverhalten, TÜV-Ablehnung, Knarzgeräusche ab 80.000 km | Günstig |
Prüfberichte
AUTO BILD TÜV-Report
Ab vier Jahren zeigen sich Achsaufhängungsdefekte durch verschlissene Querlenker und Lenkstangenkugelgelenke. Früher Bremsscheibenverschleiß und Lichteinstellungsprobleme kommen hinzu. Turbolader kann bei Kurzstreckenbetrieb vorzeitig ausfallen.
2024-11Alternativen
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Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Renault Twingo 3 (2014–2024) sind insgesamt 28 Schwachstellen dokumentiert — davon 19 motorbezogen und 9 am Fahrzeug. Typische Mängel betreffen Fahrwerk, Karosserie, Rost, Elektronik. Als zuverlässig gilt: H4D (1.0L SCe).
Twingo (H4B, 2014–2019) — Aufpassen: Wastegate-Stellmotor / Turboausfall, Nockenwellenverstellmagnet defekt, Steuerkettenverschleiß. Leistung: 90–92 PS.
Twingo (H4B, 2016–2019) — Aufpassen: Wastegate-Stellmotor / Turboausfall, Nockenwellenverstellmagnet defekt, Steuerkettenverschleiß. Leistung: 109 PS.
Twingo (Twingo-ZE, 2020–2024) — Aufpassen: Fahrt-Aussetzer und Antriebsunterbrechungen, Bordlader / Ladeeingangsfilter defekt, 12-Volt-Batterie-Probleme. Leistung: 82 PS.
Worauf beim Renault Twingo achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Renault Twingo 3? +
Worauf muss ich beim Renault Twingo 3 Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Renault Twingo 3 Motor ist am haltbarsten? +
Welcher Renault Twingo 3 Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Renault Twingo 3 als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Renault Twingo 3? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr