Subaru Forester SH
Schwachstellen, Motorenbewertung und Kaufberatung
Der SH (2009-2013) ist die ausgereiftere, zivilere Variante: mehr Platz, besseres Fahrwerk, leiser, und vor allem ist hier das größte Erbübel des Vorgängers entschärft. Wer einen unauffälligen Allrad-Kombi für Alltag, Anhänger und Schnee sucht, liegt richtig. Der SH ist der Forester, bei dem am wenigsten schiefgeht — wenn man die paar bekannten Punkte abklopft. Verbrauch ist immer noch kein Sparwunder, aber die Fahrkultur und die Langlebigkeit machen ihn zum vernünftigen Pendler- und Familienauto fürs grobe Wetter.
Motoren: Der EJ253 (2.5, 172 PS) ist hier deutlich entspannter als im SG — die Kopfdichtungsthematik ist durch überarbeitete Dichtung weitgehend Geschichte, ein gepflegter läuft problemlos über 250.000 km. Ab 2011 kam der modernere FB25 (2.5, Kette statt Riemen, kein Zahnriemen-Intervall mehr) — die zukunftssicherere Wahl, neigt aber zu leichtem Ölverbrauch, der hier noch harmlos ist. Der Turbo EJ255 (XT, 230/263 PS) ist der Spaßmacher, mit guter Wartung haltbar. Späte XT-Modelle gab es teils mit CVT — das Getriebe inklusive Ölwechsel-Historie genau prüfen, ein vernachlässigtes CVT wird teuer.
Probefahrt-Red-Flags: DAS Hauptthema ist die Bremsleitungs-Korrosion (Rückruf WQK-47, 2009-2013) — die Leitungen rosten durch und verlieren Flüssigkeit, längerer Bremsweg die Folge. Bei rund der Hälfte der Autos war es bereits der zweite Rückruf zum selben Punkt, also unbedingt prüfen ob erledigt und Leitungen heute trocken und ohne Flugrost. Dazu: Klimakondensator (kühlt im Sommer nicht mehr richtig, ~300-500 EUR), ausgeschlagene Stabi-Koppelstangen (Klappern auf Querfugen, Kleinteil unter 100 EUR), Radlager mit Brummen und beim FB25 den Ölstand zwischen den Wechseln im Auge behalten. Probefahrt mit kalter und warmer Klima, Bremse trocken und nass testen.
Marktpreis 2026 (DE): einfache EJ253 ab 4.000-6.000 EUR, gepflegte FB25 und gut erhaltene Exemplare 6.500-9.500 EUR, ein dokumentierter XT auch 10.000-12.000 EUR. Insider-Pick: ein FB25 ab 2012 mit Scheckheft und nachweislich erledigtem Bremsleitungs-Rückruf — die kettengetriebene Variante spart das Zahnriemen-Intervall und gilt als robust. Wer Kilometer fressen will, nimmt lieber einen gepflegten mit 180.000 km und voller Historie als einen vernachlässigten mit 100.000 ohne Belege — beim Subaru zählt Pflege mehr als der Tachostand.
230 PS
Forester XT · Benzin
Forester XT SH — weicher, komfortabler, letzter mit Charakter?
Macht Spaß!147–150 PS
2.0L Boxer Diesel Diesel
8 Schwachstellen
Finger weg!Generationen
Motoren-Übersicht
Der Subaru Forester SH ist mit 3 Motorisierungen erhältlich — von 147 PS bis 230 PS.
Der 2,0-Liter-Boxerdiesel war der erste großserientaugliche Diesel-Boxer überhaupt — technisch faszinierend, in der Praxis aber mit einer Reihe ernster Schwächen behaftet. Das gravierendste Problem der frühen Euro-4-Generation ist der Kurbelwellenbruch: Der Aluminiumblock hat Stahleinsätze in den Lagerbrücken, die zu Spannungsrissen neigen — Totalschäden treten teils schon zwischen 80.000 und 130.000 km auf. Spätere Euro-6-Ausführungen sind hier deutlich unauffälliger. Dazu kommen die typischen modernen Dieselthemen, die der Kurzstreckenbetrieb verschärft: verstopfter Partikelfilter, Ölverdünnung durch Regeneration, verkokter AGR-Kühler mit Notlauf und verrußter Turbolader. Die Steuerkette kann beim Kaltstart rasseln. Wer kauft, sollte ein Euro-6-Modell mit langen Autobahnstrecken in der Vita bevorzugen und auf lückenlose Wartung achten.
- !! Kurbelwellenbruch bei Frühmodellen (2008-2011) ab 100.000 km
Risse am hinteren Hauptlagerzapfen durch unzureichende Materialstärke und falsche Drehmoment-Spezifikation ab Werk. Versagen typisch zwischen 80.000-130.000 km, oft ohne Vorwarnung. Toyota hat beide Ursachen (Dichtmittel + Drehmoment) nach 2011 korrigiert.
Symptome: Plötzliches Klopfen aus dem Motor, Öldruckverlust, Motorblockade - !! DPF verstopft bei Kurzstrecke ab 80.000 km
Dieselpartikelfilter verstopft bei überwiegend Kurzstreckenbetrieb — Regeneration startet nicht. Motorleuchte, Leistungsverlust, erzwungene Werkstatt-Regeneration.
Symptome: Motorkontrollleuchte, Leistungsverlust, erhöhter Verbrauch, DPF-Warnleuchte - !! Ölverdünnung durch DPF-Regeneration ab 60.000 km
Häufige DPF-Regeneration spritzt Diesel ins Öl — Ölstand steigt, Viskosität sinkt. Beschleunigter Verschleiß wenn nicht rechtzeitig gewechselt.
Symptome: Ölstand über Maximum, Dieselgeruch am Ölmessstab, dünnflüssiges Öl
+ 5 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Der robuste 2,5-Liter-Saugboxer mit SOHC-Kopf und i-AVLS-Ventilsteuerung gilt als langlebig — mit einer zentralen Bedingung: der Kopfdichtung. Die werkseitige Verbund-Dichtung degradiert durch Hitzezyklen und stehendes Öl an der Dichtfläche und beginnt typischerweise zwischen 130.000 und 210.000 km extern zu lecken, meist fahrerseitig an Zylinder 4. Wird das ignoriert, eskaliert es zu Kühlmittelverlust, verzogenen Köpfen und Überhitzung. Beim fälligen Wechsel gehört zwingend eine Mehrlagen-Stahldichtung hinein, dann hält die Reparatur dauerhaft; ab Werk kamen diese bei den Saugern erst 2011/2012. Zweite Wartungswahrheit ist der Zahnriemen: Interferenzmotor, Intervall rund 170.000 km, bei Riss krumme Ventile — Riemen, Spannrolle, Umlenkrollen, Wasserpumpe und Simmerringe immer komplett tauschen. Da die Öllampe nur den Druck überwacht und vor dem Modelljahr 2014 keinen Füllstand meldet, ist regelmäßige Ölstandskontrolle Pflicht, vor allem wenn der Motor im Alter etwas Öl zieht.
- !! Zylinderkopfdichtung: Externe Öl-/Kühlmittel-Undichtigkeit ab 150.000 km
Die werkseitige Verbund-Kopfdichtung degradiert durch Hitzezyklen und stehendes Öl an der Dichtfläche. Sie beginnt typischerweise zwischen 130.000 und 210.000 km extern zu lecken, meist fahrerseitig an Zylinder 4. Wird das ignoriert, droht Kühlmittelverlust, Überhitzung und verzogener Kopf.
Symptome: Kühlmittelverlust ohne sichtbare Pfütze, ölige Spuren seitlich am Motorblock, Heizung bläst zeitweise kalt, süßlicher Geruch bei warmem Motor, im späten Stadium Überhitzung. - !! Zahnriemen-Riss (Interference-Motor!) ab 170.000 km
Der EJ253 ist ein Interference-Motor — reißt der Zahnriemen, schlagen Ventile in die Kolben und der Motor ist kapital. Wechselintervall 105.000 Meilen (~170.000 km). Beim Service gleichzeitig Wasserpumpe, Spann- und Umlenkrollen sowie Simmerringe erneuern. Bei Gebrauchtkauf Historie prüfen.
Symptome: Plötzliches Absterben während der Fahrt, danach kein Startversuch mehr möglich, im Extremfall Klackern durch verbogene Ventile. - !! Erhöhter Ölverbrauch durch festsitzende Ölabstreifringe ab 110.000 km
Späte EJ253 (ab ca. 2010) zeigen die gleiche Tendenz wie die FB-Nachfolger: verkokte Ölabstreifringe führen zu Verbrauch von ~1 Liter pro 1.600 km und mehr. Ursachen: lange Ölwechselintervalle, verstopftes PCV-Ventil, Kurzstreckenbetrieb.
Symptome: Ölstand zwischen den Wechseln deutlich abnehmend, blaue Rauchfahne bei Lastwechsel, verölte Zündkerzen, gelegentlich Abgaskontrollleuchte.
+ 6 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Der 2,5-Liter-Turbo-Boxer setzt auf mehr Hubraum statt Drehzahl: kräftiges Drehmoment aus dem Drehzahlkeller, dazu der typische, durch ungleiche Krümmerlängen erzeugte Boxer-Rumpel im Leerlauf. AVCS auf der Einlassseite glättet das Ansprechverhalten, der Charakter bleibt kernig und durchzugsstark. Die Achillesferse ist der vierte Zylinder: Der Serien-Ansaugkrümmer versorgt ihn schlechter, er sitzt am weitesten von der Wasserpumpe entfernt, läuft magerer und heißer — und reißt bei Detonation zuerst am Ringsteg. Hochoktaniger Kraftstoff und saubere Abstimmung sind deshalb nicht verhandelbar. Die Pleuellager reagieren empfindlich auf Kaltstart-Volllast und gestreckte Ölwechselintervalle; in betroffenen Baujahren gab es deswegen eine Garantieverlängerung. Das gelötete Ölansaugrohr kann reißen, die Banjo-Siebe an Turbo und AVCS verstopfen mit Schlamm und führen zu Lader- oder Steuerzeiten-Problemen. Mit kurzen Ölwechseln, gutem Sprit, gewissenhaftem Warmfahren und freien Ölkanälen ist es ein langlebiger Motor.
- !! Ringland-Versagen — Kolbenbruch ab 100.000 km
Gusseisen-Kolben mit dünnen Ringlands brechen unter Detonation (Klopfen). Ursachen: minderwertiger Kraftstoff, schlechtes Tuning, hohe Abgastemperaturen. Das EJ-Klischee neben der Kopfdichtung.
Symptome: Fehlzündungen im Leerlauf nach Hochlastfahrt, steigender Ölverbrauch, Blaurauch - !! Pleuellagerschaden ab 120.000 km
Class-Action für 2012-2017 WRX/STI: Erweiterte Garantie auf 8 Jahre/160.000 km. Ölmangel durch Sloshing im Boxer oder vernachlässigten Ölstand als Hauptursache.
Symptome: Klopfgeräusch, Öldruck-Warnleuchte, metallische Partikel im Öl - !! Ölansaugrohr-Riss ab 130.000 km
Identisches Problem wie beim EJ205: gelötete Verbindung bricht durch Vibrationen. Kein Rückruf trotz bekanntem Problem seit 1996.
Symptome: Plötzlicher Öldruckabfall, Motorgeräusche, Öldruckwarnleuchte
+ 7 weitere Motor-Schwachstellen + Fahrzeug-Schwachstellen
Fahrzeug-Schwachstellen
| Schwachstelle | Kosten | |
|---|---|---|
| CVT-Ruckeln (Lineartronic Erstgeneration) Erste Generation Lineartronic CVT im Forester SH: Ventilkörper-Verschleiß und unzureichender Flüssigkeitswechsel führen zu Ruckeln und Schaltproblemen. Subaru-Garantieverlängerung verfügbar. Symptome: Rucken beim Beschleunigen, Motorhochlaufen ohne Vortrieb, Getriebe-Warnleuchte ab 90.000 km | Teuer |
Alternativen
Audi Q3 8U
Kompakt-SUV (2011–2018)
Land Rover Range Rover Evoque L538
Kompakt-SUV (2011–2018)
VW Tiguan I-FL
Kompakt-SUV (2011–2016)
Dacia Duster I
Kompakt-SUV (2010–2017)
Kia Sportage SL
Kompakt-SUV (2010–2015)
Mitsubishi ASX GA
Kompakt-SUV (2010–2023)
Weiter stöbern
Bekannte Probleme und Mängel +
Für den Subaru Forester SH (2009–2013) sind insgesamt 33 Schwachstellen dokumentiert — davon 27 motorbezogen und 6 am Fahrzeug. Ein Problemmotor: EE20 (2.0L Boxer Diesel). Typische Mängel betreffen Getriebe, Bremsen, Klimaanlage, Fahrwerk.
Forester (EE20, 2008–2013) — Finger weg!: Kurbelwellenbruch bei Frühmodellen (2008-2011), DPF verstopft bei Kurzstrecke, Ölverdünnung durch DPF-Regeneration. Leistung: 150 PS.
Forester (EE20, 2008–2013) — Finger weg!: Kurbelwellenbruch bei Frühmodellen (2008-2011), DPF verstopft bei Kurzstrecke, Ölverdünnung durch DPF-Regeneration. Leistung: 147 PS.
Forester (EJ253, 2009–2013) — Aufpassen: Zylinderkopfdichtung: Externe Öl-/Kühlmittel-Undichtigkeit, Zahnriemen-Riss (Interference-Motor!), Erhöhter Ölverbrauch durch festsitzende Ölabstreifringe. Leistung: 171 PS.
Forester (EJ255, 2009–2013) — Aufpassen: Ringland-Versagen — Kolbenbruch, Pleuellagerschaden, Ölansaugrohr-Riss. Leistung: 230 PS.
Worauf beim Subaru Forester achten? Die detaillierte Auflistung aller Motor- und Fahrzeug-Schwachstellen findest du in den Abschnitten oben.
Häufige Fragen
Welche Probleme und Schwachstellen hat der Subaru Forester SH? +
Worauf muss ich beim Subaru Forester SH Gebrauchtwagen achten? +
Welcher Motor ist empfehlenswert? +
Welcher Subaru Forester SH Motor macht am meisten Spaß? +
Lohnt sich der Subaru Forester SH als Gebrauchtwagen? +
Welche PS-Varianten gibt es beim Subaru Forester SH? +
Letzte Aktualisierung: Februar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr